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Welt Bischof beklagt Vertrauensverlust
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00:19 01.12.2018
Landesbischof Ralf Meister spricht während der Synode der Landeskirche. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hält in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulisten nichts von Denk- oder Debattierverboten. Er stehe der Entscheidung des Deutschen Kirchentages, im kommenden Jahr keine Repräsentanten der AfD auf die Podien zu laden, „sehr ambivalent“ gegenüber, sagte Meister am Rande der in Hannover tagenden Landessynode.

„Wir sollten klar Position beziehen gegen eine Sprache, die gewählt ist, andere Menschen zu diskriminieren oder herabzusetzen.“ Doch müsse der Dialog auch mit Populisten geführt werden, aber mit klaren Positionen. Meister betonte, dass der Kirchentag einfache AfD-Mitglieder von seinen Veranstaltungen nicht ausschließe.

In seinem Bischofsbericht vor dem Kirchenparlament beklagte Meister einen Vertrauensverlust in der Gesellschaft, der weite Folgen habe. Dieser liege auch in einem Machtverlust der Politik, die immer weniger Möglichkeiten habe, positive Entscheidungen auch durchzusetzen. „Vertrauen wird nicht mehr gewährt, wenn man beispielsweise, um der irrationalen Verehrung des ,freien Autofahrens’ gerecht zu werden, Fahrverbote als den Untergang des Abendlands versteht und alles tut, um sie zu verhindern“, sagte der Bischof.

Der Vertrauensverlust durchziehe alle Bereiche. „In der Ökonomie erkennen wir betrügerische Absichten von großen Konzernen und teilweise eine Verwahrlosung von Anstand und Ehrlichkeit“, kritisierte Meister. Viele Menschen wünschten sich neue Anker, wenn alte Sicherheiten nicht mehr gälten.

Meister warnte davor, den Halt in einer Verklärung der Vergangenheit und im Nationalismus zu suchen. „Diese Nostalgie idealisiert Zustände, die weder damals ideal waren, noch heute taugen für eine globale und vielfältige Welt.“

Die Synode befasst sich auch mit den Haushaltsplänen für 2019 und 2020, die durch satte Kirchensteuereinnahmen (mehr als 1,1 Milliarden in zwei Jahren) gekennzeichnet sind. Nach Worten des Finanzdezernenten Rolf Krämer gibt die Landeskirche 52 Millionen Euro für 662 kirchliche Kindertagesstätten aus, 27 Millionen für die Sanierung von Kirchen und Kapellen und 16 Millionen (in vier Jahren) für Flüchtlingsarbeit. 10 Millionen flössen in kirchliche Schulen, 10 Millionen in den evangelischen Entwicklungsdienst. 21 Millionen gibt die hannoversche Landeskirche an andere evangelische Kirchen als Finanzausgleich ab.

Von Michael B. Berger

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