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Hangry: Forscherinnen erklären, wie aus Hunger Wut wird

Experiment Hangry: Forscherinnen erklären, wie aus Hunger Wut wird

Hunger alleine macht noch niemanden wütend. Doch wie entsteht das „hangry“-Gefühl? Wissenschaftlerinnen haben nun herausgefunden: Der Kontext ist entscheidend.

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Ein Hamburger. Forscher haben herausgefunden: Hunger allein macht noch niemanden wütend.

Quelle: dpa

Hannover. „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist“ – mit diesem Slogan warb Snickers vor einigen Jahren. In einem der dazugehörigen Werbespots verwandelt sich zum Beispiel ein Footballspieler vor Hunger in eine nörgelnde Betty White. Tatsächlich dürften viele Menschen das Gefühl kennen: Hungrig ist alles irgendwie doof. „Hangry“ nennt man den Zustand auch. Eine Zusammensetzung aus „hungry“ und „angry“.

Doch welche psychologischen Mechanismen stecken dahinter? Es ist nicht alleine der Hunger, der einen etwa grundlos wütend auf alles macht, haben zwei Forscherinnen von University of North Carolina jetzt festgestellt. Viel mehr kommt es auf den Kontext und die Selbstwahrnehmung an.

Der Hunger kann Schlimmes schlimmer machen

Das untersuchten die Forscherinnen in zwei Arten von Experimenten. Bei dem einen mussten die Teilnehmer Bilder bewerten. Das Ergebnis: Wer hungrig war und vorher ein negatives Bild gesehen hatte, bewertet danach ein neutrales Bild eher negativ. Sahen die Teilnehmer dagegen erst ein positives oder neutrales Bild, taten sie das nicht. Heißt: Wenn eine Situation eh schon unangenehm ist, macht der Hunger alles nur noch schlimmer.

Im zweiten Experiment teilten die Forscherinnen mehr als 200 Studierende in zwei Gruppen auf: Die einen durften vor dem Experiment essen, die anderen mussten fasten. Außerdem ließen die Forscherinnen einen Teil der Teilnehmer und Teilnehmerinnen einen Aufsatz über Emotionen schreiben. Dann machten die Studierenden einen Test am Computer, der kurz vor Abschluss den Geist aufgab – eine Möglichkeit für die Teilnehmer, ihren Hunger als „Hanger“ zu empfinden. Anschließend berichteten sie, wie sie sich fühlten: Hungrige Menschen fühlten eher negative Emotionen – aber nur, wenn sie sich vorher nicht auf Emotionen fokussiert hatten.

Wie man trotz Hunger man selbst bleibt

Hunger alleine macht uns also noch nicht wütend. Man fühle sich „hangry“, wenn man Hungergefühle empfinde, diese aber als starke Emotionen gegenüber anderen Menschen oder der Situation, in der man sei, interpretiere, erklärte die Wissenschaftlerin Jennifer MacCormack dem „Independet“. Sie empfiehlt: Einen Schritt zurück gehen, sich klar machen, wie man sich fühlt, „dann kann man immer noch man selbst sein, auch wenn man hungrig ist“.

Von Anna Schughart/RND

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