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08:13 26.09.2018
Zwei japanische Touristinnen posieren auf dem neuen Hühnermarkt. Das Dom-Römer-Projekt "Neue Frankfurter Altstadt" ist ein städtebauliches Großprojekt. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Hannover

Das Neue von heute ist das Alte von morgen. Das gilt für Menschen, Würste und Städte. Ausnahme: Hessen, wo traditionell früher alles besser war und vieles vom Start weg alt ist. Wurst aus frischem Schweinefleisch zum Beispiel nennen sie „Ahle Wurst“. Der Ministerpräsident kam schon strukturkonservativ zur Welt.

Und in Frankfurt haben sie sich jetzt eine „neue Altstadt“ gebaut. Die alte Altstadt war – wir erinnern uns – durch einen Betriebsunfall beziehungsweise „Vogelschiss der Geschichte“ (AfD) leider kaputtgegangen. Die neue Altstadt nun liegt, noch vogelschissfrei, umzingelt von der alten Neustadt auf dem Gebiet der alten Altstadt. 35 neu errichtete Häuser, 15 davon als „schöpferische Nachbauten“ historischer Altstadtgebäude. Bauzeit: sieben Jahre. Kosten: 185 Millionen Euro. Eröffnung: am Wochenende. Sinn: fraglich.

Oder doch nicht? Man muss das „Dom-Römer-Projekt“ als Musterhaussiedlung für historisierende Vintage-Architektur sehen. Ein Milliardenmarkt der Zukunft. Denn in Zeiten, in denen die Sehnsucht nach der vermeintlich guten alten Zeit wächst, sind intakte deutsche Fachwerkaltstädte als Spiegel der allgemeinen Restaurationstendenzen ein potenzieller Bestseller. Über kurz oder lang wird China einsteigen, wo man beim Nachbau deutscher Mittelalterzentren nicht lange fackelt.

Da sprengt man flugs drei bis fünf olle Dörfer weg und platziert das vormontierte Altstadtmodul „Schwarzwaldstädtchen 1900“ (Durchmesser: sechs Kilometer) auf die besenreine Baustelle. Schleife durchschneiden. Feuerwerk. Fertig. Das ist typisch Deutschland: Neues bauen dauert (Flughäfen, Bahnhöfe, Konzerthäuser) – aber etwas Altes zu rekonstruieren geht blitzschnell. Das gilt leider nicht nur architektonisch. Das gilt auch politisch.

Von Imre Grimm/RND

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