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Welt Gustave Courbets „Der Ursprung der Welt“: Identität des Aktmodells enthüllt
Mehr Welt Gustave Courbets „Der Ursprung der Welt“: Identität des Aktmodells enthüllt
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13:48 26.09.2018
Gustave Courbets Gemälde "L'Origine du Monde"/“Ursprung der Welt“. Quelle: Grand Palais/dpa
Paris

Es war skandalös – und irgendwie ist es das heute noch: Auf dem Bild „Der Ursprung der Welt“ von Gustave Courbet spreizt eine nackte Frau die Beine, sodass der Blick des Betrachters geradewegs auf ihre Scham gelenkt ist. Der Busen ist zum Teil zu sehen, ein Tuch umhüllt sie, verdeckt aber nur ihr Gesicht.

Wer dort zu sehen ist, wurde nun enthüllt: Die 34 Jahre alte Tänzerin Constance Quéniaux soll 1866 für das Bild Modell gestanden haben, das berichten französische Medien. Der französische Literaturwissenschaftler Claude Schopp ist zufällig auf einen Brief des Schriftstellers Alexandre Dumas des Jüngeren gestoßen. Dumas schreibt, Quéniaux habe Gustave Courbet ihr „Inneres“ präsentiert.

Zudem soll die frühere Tänzerin der Pariser Oper eine der Mätressen des türkisch-ägyptischen Diplomaten Khalil-Bey gewesen sein. In seinem Auftrag malte Gustave Courbet das Bild. Ein weiteres Indiz: Nach dem Tod von Constance Quéniaux 1908 wurde ein Stillleben, gemalt von Courbet, bei ihr gefunden.

Der französischen Nachrichtenagentur AFP sagte die Grafikexpertin Sylvie Aubenas der französischen Nationalgalerie: „Nun haben wir zu 99 Prozent Sicherheit, dass Constance Quéniaux Courbets Modell war.“ Dass Quéniaux das Gesicht zum „Ursprung der Welt“ ist, war damals anscheinend ein offenes Geheimnis. „Es war ein Geheimnis, das allen bekannt war“, so Aubenas.

Skandalbild „Ursprung der Welt“ hinter Landschaftsmalerei versteckt

„Der Ursprung der Welt“ löst immer wieder Diskussionen um die Grenze von Kunst und Pornografie aus – obwohl es bereits weit älter als 100 Jahre ist. Der Maler fertigte auch andere Bilder für den Kunstsammler Khalil-Bey an, doch nur dieses Bild versteckte der Diplomat vor Gästen. 1889 wurde das Bild bei einem Pariser Antiquitätenhändler entdeckt: Es war hinter einem anderen Bild versteckt – nur mit einem Schlüssel ließ sich der Holzrahmen öffnen und die Aktmalerei betrachten.

Ist heute der Umgang mit dem Bild entspannter? 2014 weigerte sich die französische Post, das Gemälde auf einer Briefmarke abzudrucken, da es Kinder verstören könnte. Doch hat sich ein neuer Ton in der Debatte um Nacktheit im Museum eingemischt: Frauen würden nur in Museen präsentiert werden, wenn sie nackt als Muse auf einem Bild zu sehen sind. Künstlerinnen seien hingegen stark unterrepräsentiert in den Sammlungen der Kunsthäuser. Heute hängt das Gemälde im Pariser Musée d’Orsay.

Von Geraldine Oetken / RND

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