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Welt Gesundheitsminister ordert 1,5 Tonnen Hasch in den Niederlanden
Mehr Welt Gesundheitsminister ordert 1,5 Tonnen Hasch in den Niederlanden
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19:46 24.08.2018
Holland hilft und liefert an Deutschland Cannabis für medizinische Zwecke. Quelle: AP Photo/Richard Vogel
Hannover

Eigentlich ist es ein Fall für die Kriminalpolizei oder die Zollfahndung: Autos, die aus den Niederlanden kommen, werden in Deutschland oft kontrolliert, um illegale Cannabisimporte zu verhindern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) muss das nicht fürchten: Er bestellte dieser Tage immerhin 1,5 Tonnen der Droge bei seinem niederländischen Amtskollegen Hugo de Jonge in Den Haag – ganz legal natürlich.

Seit 2017 ist der Erwerb und der Konsum von Haschisch in Deutschland für bestimmte Schmerzpatienten legal – wenn andere Therapien nicht mehr wirken und der Arzt die Droge verordnet. 20.000 Patienten stellten im vergangenen Jahr einen Antrag, die Hasch-Behandlung von der Kasse erstattet zu bekommen. Eine große Nachfrage, mit der niemand in Berlin gerechnet hatte. Die Niederländer, die in Drogenfragen etwas liberaler sind als der deutsche Nachbar, hatten den Export von rund 700 Kilogramm Medizinalhanf pro Jahr zugesagt. Doch die Menge reichte nicht. Über andere, legale Quellen mussten 2017 weitere 500 Kilogramm geordert werden.

Erst ab 2020 Hasch made in Germany

Nicht nur die Niederlande, auch andere Länder sind in das Medizingeschäft mit dem Suchtmittel eingestiegen. Australien etwa gab 2016 den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke frei. Anfang des Jahres erlaubte die Regierung in Canberra dann den weltweiten Export – und prompt schossen die Aktien der bereits börsennotierten Hasch-Produzenten in die Höhe. Einer der größten Anbieter, die Cann-Group etwa, erfreute die Anleger mit einem Kurssprung von 28 Prozent.

Deutschland ist in dieser Hinsicht auf Entzug. Eigentlich sollte hierzulande ab 2019 Medizinalhanf produziert werden, doch eine Ausschreibung war fehlerhaft und so wird es erst ab 2020 Hasch made in Germany geben. Trotzdem konsumieren bereits rund 1,2 Millionen Deutsche illegal die Droge. Die sind allerdings nicht gemeint, wenn Spahn jetzt von der „gelebten Nachbarschaft“ mit den Niederlanden schwärmt.

Von Alexander Dahl

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