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Welt Frauen verdienen schon in der Ausbildung weniger
Mehr Welt Frauen verdienen schon in der Ausbildung weniger
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11:17 28.08.2018
Seltenes Bild: Nur wenige Frauen wählen technische Ausbildungsberufe in großen Firmen – wie hier bei Bosch. Quelle: dpa
Frankfurt

Schon in der Ausbildung gehen die Gehälter von Männern und Frauen auseinander. Das beweist eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres. Der Grund liegt in der Berufswahl: Demnach lernen Frauen nach wie vor eher Dienstleistungs- und kaufmännische Berufe, während Männer technische Jobs vorziehen, die schon in der Ausbildung besser bezahlt sind.

Weibliche Azubis erhielten demnach im vergangenen Jahr durchschnittlich 860 Euro Tarifvergütung im Monat – 25 Euro (3 Prozent) weniger als Männer. „Bereits in der Berufswahl ist ein Teil des ’Gender Pay Gap’ angelegt“, erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Unter „Gender Pay Gap“ wird die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen verstanden.

Männer lernen eher in gut bezahlten Branchen bei großen Firmen

Den Angaben zufolge wird ein Fünftel der Männer Mechatroniker, Industriemechaniker oder Elektroniker. Bei den Frauen dominieren dagegen Berufe in der Dienstleistungsbranche: Jeder vierte weibliche Azubi lerne den Beruf einer Medizinischen Fachangestellten oder Kauffrau für Büromanagement. Dagegen sind weibliche Azubis im Bausektor (14 Prozent) und Verarbeitenden Gewerbe (27 Prozent) vergleichsweise selten zu finden. Außerdem absolvieren Frauen ihre Ausbildung häufig in Kleinstunternehmen, die im Dienstleistungsbereich verbreitet sind.

Grundsätzlich setzen junge Frauen den Angaben zufolge eher auf eine schulische als auf eine betrieblich Ausbildung im Mittelstand. Quer durch alle Branchen liege der Frauenanteil dort nur bei 38 Prozent. Die duale Ausbildung sei eine Männerdomäne. „Junge Frauen entscheiden sich häufiger für eine schulische Ausbildung, in der vor allem Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe gelehrt werden. Von den jährlich rund 175 000 Neuzugängen an Berufsfachschulen sind knapp 80 Prozent Frauen“, sagte Zeuner.

KfW rechnet mit leichtem Anstieg der Lehrlingszahlen

Insgesamt lernt die große Mehrheit (etwa 90 Prozent) der rund 1,32 Millionen Azubis ihren Beruf im Mittelstand. Für das Ausbildungsjahr 2018 rechnet die KfW mit einem leichten Anstieg der Lehrlingszahlen bei kleineren und mittleren Firmen um etwa 1 Prozent. „Aufgrund der im langfristigen Trend rückläufigen Schülerzahlen und steigender Studierneigung dürfte der aktuelle, moderate Anstieg jedoch ein vorübergehender sein“, sagte Zeuner.

Von dpa/RND/ang