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Welt „Meine teuflisch gute Freundin“: Bist du schon böse?
Mehr Welt „Meine teuflisch gute Freundin“: Bist du schon böse?
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18:01 26.06.2018
Nicht so teuflisch, wie sie gerne wäre: Lilith (Emma Bading). Quelle: Verleih
Hannover

Der Teufel hat seine Zentrale in einem Hochhaus in Frankfurt am Main. Von dort sorgt er für die Verschmutzung der Meere und die Erwärmung des Klimas. So geschäftsmäßig, wie Samuel Finzi ihn spielt, könnte er auch der Chef eines global operierenden Unternehmens sein. Da mag Kritik an den umweltgefährdenden Praktiken gewisser Konzerne mitschwingen. Doch die Stoßrichtung der Verfilmung von Hortense Ullrichs Roman „How to be really bad“ ist eine andere. Hier geht es um die ehrgeizige Teenager-Tochter des Teufels.

Des Teufels Tochter schleust sich bei Ökos ein

Lilith (Emma Bading) will nicht mehr nur im Internet böse sein. Sie möchte ihre unheilstiftenden Fähigkeiten in der realen Welt ausprobieren. Der Papa meint, dafür sei sie noch nicht alt genug, lässt sich aber auf einen faustischen Pakt ein. Lilith soll einen guten Menschen innerhalb einer Woche zum Bösen bekehren – anderenfalls droht ihr auf ewig höllische Langeweile im Aktenkeller.

So schleust sich Lilith als Gastschülerin bei einer Öko-Familie ein – und macht sich mit diabolischer Freude an ihr Werk. Allerdings erweist sich die von ihrem Vater als Zielperson ausgewählte Greta (Janina Fautz) als harter Brocken. Alle Gemeinheiten scheinen an ihrer Gutmütigkeit abzuperlen. Schließlich dingt Lilith Mädchenschwarm Carlo (Emilio Sakraya), damit er Gretas Herz bricht. Blöd nur, dass sie selbst sich in den Schulrebell Samuel (Ludwig Simon) verknallt.

Marco Petry hat ein gutes Gefühl für Timing

Regisseur Marco Petry („Doktorspiele“) überzeichnet seine Charaktere zwar, hält sie aber in der Realität verankert. Das erhöht ihr Identifikationspotenzial, ohne dass die Komik zu kurz kommt. Zudem gibt es unter den Nebenfiguren echte Überraschungen. Carlo verhält sich etwa keineswegs so, wie man es zunächst erwartet. Und die beiden arroganten Schul-Oberschnepfen (zum Piepen: Matilda März, Amina Merai) können als „Pussy Deluxe“ tatsächlich super singen.

Daneben offenbart Petry ein feines Gefühl fürs Timing, und Lilith haut ihre Sprüche und Gemeinheiten wunderbar trocken heraus. Überhaupt liefert die Nachwuchs-Actrice Emma Bading, die mit Janina Fautz schon in dem Drama „1000 Arten Regen zu beschreiben“ vor der Kamera stand, eine starke Vorstellung ab.

Emma Bading und Janina Fautz sind hübsch gegensätzlich

Schon klasse, wie sie sich vom intriganten Luder in einen verliebten Teenager mit Gewissensbissen verwandelt, ohne die Rotzigkeit zu verlieren. Überdies bildet sie mit ihrer Filmpartnerin, deren verhuschte Greta zunehmend an Selbstbewusstsein gewinnt, ein hübsch gegensätzliches Paar.

Doch Gegensätze ziehen sich auch hier an. Dass letztlich der freie (gute) Wille triumphiert, darf man ruhig verraten. Am Ende muss nur noch der Teufel überlistet werden. Aber das soll ja auch schon anderen gelungen sein.

Von Jörg Brandes / RND

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