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Welt „Love, Cecil“ – Drei Oscars für den Fotografen
Mehr Welt „Love, Cecil“ – Drei Oscars für den Fotografen
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19:01 11.07.2018
Ein außergewöhnliches Leben: Cecil Beatons zentrale Passion war das Fotografieren. Seine Aufnahmen von Celebrities, Royals aber auch von Krieg und Zerstörung machten ihn zur Berühmtheit. Quelle: StudioCanal
Hannover

In manchen Dokus dampft die Leidenschaft des Regisseurs fürs Sujet richtig aus den Bildern, und trotzdem schadet diese Zuwendung dem Projekt nicht zwangsläufig. So ist es bei „Love, Cecil“, einer üppigen filmischen Liebeserklärung an den Fotografen, Theaterdesigner, Maler und Schriftsteller Cecil Beaton (1904–1980), der Hoffotograf der britischen Königsfamilie war und bis zur Popkultur der „Swinging Sixties“ die Moden und Marotten seiner Zeit ablichtete. Der aber auch als Kriegsfotograf die Grausamkeit des „German Blitz“ um die Welt schickte.

Die Tür der „Vogue“ schließt sich wegen Antisemitismus

Die gebürtige Französin Lisa Immordino Vreeland bebildert altes Filmmaterial und lässt – der Film hat deutsche Untertitel – den Schauspieler Rupert Everett aus Beatons Tagebüchern lesen. Erzählt wird, wie aus dem Sohn einer Familie der oberen Mittelklasse ein Chronist wird, der die Mädchen im London der Zwanzigerjahre fotografiert. Wie er in die höhere Gesellschaft eingeführt wird, wie sich Türen öffnen und sich manche – etwa die der Zeitschrift „Vogue“ – wegen einer antisemitischen Eselei in den Zeiten kurz vor der Machtergreifung der Nazis wieder schließt.

Beaton wird dreifacher Oscar-Preisträger mit Hollywoodklassikern wie „Gigi“ (1958, Oscar fürs Kostümdesign) und „My Fair Lady“ (1964, zwei Oscars für Kostümdesign und fürs Szenenbild ). Ein Tausendsassa – hin- und hergerissen zwischen seinen vielen Interessen. Ewig unfroh, immer witzig.

Dandyhafte Liebe zum Stilisieren

Der Film hat Klasse. Der faszinierenden Kunst Beatons, seinen Inszenierungen, seiner dandyhaften Liebe zum Stilisieren, räumt die Regisseurin breiten Raum ein. Den Künstler, getrieben von dem Willen, sich zu hinterlassen, beleuchtet sie en passant mit, auch in Interviews mit Zeitgenossen wie David Hockney oder „My Fair Lady“-Regisseur George Cukor, der ihn explizit nicht mochte. Ein Mann mit Neigung zu schwierigen Romanzen mit Männern und Frauen, einen, der Feindschaften pflegte , hatte am Ende erreicht, was er erstrebt hatte: ein außergewöhnliches Leben zu führen, bedeutsam zu sein.

Von Matthias Halbig / RND

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