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Welt Sophia L.: GPS-Daten weisen auf Oberfranken als Tatort hin
Mehr Welt Sophia L.: GPS-Daten weisen auf Oberfranken als Tatort hin
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22:21 22.06.2018
Screenshot der spanischen Zeitung El Correo am Freitag von einem Bericht über die vermisste Tramperin Sophia L. Quelle: LVZ
Leipzig

Seit mehr als einer Woche bangen Angehörige und Freunde um das Leben von Sophia L. Doch der Fund einer Frauenleiche im Baskenland deutet auf einen tragischen Ausgang hin. „Alles spricht dafür, dass es sich um den Leichnam der Gesuchten handelt“, erklärte am Freitag ein Sprecher der Ertzaintza, der baskischen Regionalpolizei. Die 28-jährige Studentin aus Leipzig wird seit vergangenem Donnerstag vermisst. Per Anhalter wollte sie sich von ihrem Studienort auf den Weg in ihre Heimatstadt Amberg in Bayern machen. Doch Sophia kam nie dort an. Eine Woche nach ihrem Aufbruch in Leipzig wurde ein Frauenleichnam in der baskischen Ortschaft Egino, im Norden Spaniens, gefunden. Die Tote wurde noch nicht identifiziert. Allerdings wurde bereits am Dienstag ein dringend tatverdächtiger Mann ebenfalls in Spanien festgenommen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Studentin einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der Tatort liegt wahrscheinlich in Oberfranken, darauf deuten GPS-Daten des Lastwagens des Festgenommenen hin. Mit weiteren Details halten sich die Leipziger Behörden jedoch zurück. Anders in Spanien, wo die Polizei bereits fest davon ausgeht, dass Sophias Leiche gefunden wurde.

Überwachungskameras brachten Ermittler auf die Spur des Verdächtigen

Zuletzt wurde die Studentin am 14. Juni gesehen, als sie an einer Tankstelle an der Autobahn 9 bei Leipzig in einen Lastwagen gestiegen sein soll. Am nächsten Tag schalteten Sophias Eltern die Polizei ein. Mithilfe von Überwachungskameras fanden die Ermittler schnell heraus, dass Sophia offenbar bei einem marokkanischen Lkw-Fahrer eingestiegen war. Ein Nordafrikaner – das heizte die Stimmung an. Sophias Bruder Andreas schrieb auf Facebook: „Wir möchten darauf hinweisen, dass die Nationalität eines möglichen Täters nichts mit seinen Taten zu tun hat. Sophia ist in der Unterstützung von Geflüchteten aktiv und engagiert sich gegen rechts.“

Polizisten steigen am Fundort einer Frauenleiche, nahe der Autobahn bei Asparrena, über eine Absperrung. Quelle: dpa

Der Lkw und sein Fahrer wurden zur europäischen Fahndung ausgeschrieben – mit Erfolg. Am Dienstag stoppte die spanische Guardia Civil den Lastwagen auf der Autobahn bei Carboneros, einem Ort in der andalusischen Provinz Jaén. Der 41-jährige Fahrer wurde festgenommen. Der Lkw weist Brandspuren auf. In seiner Vernehmung soll der Verdächtige den späteren Fundort der Leiche verraten haben: Eine kleine Tankstelle an der viel befahrenen Autobahn 1, rund 90 Kilometer hinter der spanisch-französischen Grenze. Am Donnerstagnachmittag fanden baskische Beamte dort die Leiche – halb verbrannt und notdürftig mit ein paar Zweigen bedeckt. Die Leiche wurde ins gerichtsmedizinische Institut gebracht. Am Freitagnachmittag stand die Bestätigung ihrer Identität noch aus.

Die Ermittlungen am Fundort der Frauenleiche, nahe der Autobahn bei Asparrena, dauern an. Quelle: dpa

Verdächtiger akzeptiert Überstellung nach Deutschland

Die Polizei versucht jetzt herauszufinden, was in den Tagen nach dem Verschwinden von Sophia im Einzelnen geschah. Alles spricht dafür, dass der Lkw von Deutschland quer durch Frankreich fuhr und bei Irún die Grenze nach Spanien überquerte. Bei Egino entledigte sich der Fahrer möglicherweise der Leiche. Der Zeitpunkt des Todes ist noch nicht bekannt. Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige anschließend Richtung Süden fuhr, um in Algeciras mit der Fähre nach Marokko überzusetzen. Auf halbem Weg wurde er gestoppt.

Am Mittwoch übergaben ihn die Beamten dem Nationalen Gerichtshof in Madrid. Die zuständige Richterin habe den 41-Jährigen am Freitag vernommen und anschließend gegen ihn einen Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat die Auslieferung des Verdächtigen beantragt. Der hat eine Überstellung nach Deutschland akzeptiert.

Von Martin Dahms und Birgit Zimmermann/RND

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