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Welt Trump und das Schweigegeld – die Chronologie einer Lüge
Mehr Welt Trump und das Schweigegeld – die Chronologie einer Lüge
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11:49 24.08.2018
Schritt für Schritt auf dem Rückzug vor den eigenen Behauptungen: US-Präsident Donald Trump. Quelle: Andrew Harnik/AP/dpa
Washington

Für Donald Trump geht es eher um eine überschaubare Summe. 280.000 Dollar ließ er unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl als Schweigegeld an zwei Frauen zahlen, die frühere Affären mit ihm öffentlich machen wollten. Nach Einschätzung des New Yorker Gerichts, das am Dienstag Anwalt Michael Cohen vernahm, fällt dieses Geld unter die Gesetze der Wahlkampffinanzierung, da ein Imageschaden für den damaligen Kandidaten verhindert werden sollte. Nicht die Zahlung als solche sei strafbar, sondern das Verschweigen dieser Transaktion vor der Wahlkampfkommission.

Zuvor hatte Cohen unter Eid gesagt, dass Trump die Zahlung, die von Cohens Konto angewiesen wurde, von Beginn an koordiniert und dessen „Trump Organization“ sie unverzüglich – samt einem großzügigen Bonus – auf Cohens Konto erstattet habe. Eine Aussage mit Sprengkraft, die Trump im Interview mit „Fox News“ am 22. August zurückwies. Die Zahlungen stammten nicht von ihm, er habe erst später von ihnen erfahren.

Die Affäre im Detail

4. November 2016: Vier Tage vor der Präsidentschaftswahl ließ der damalige Wahlkämpfer erstmals die gesamte Aktion verleugnen. Nachdem ausgerechnet das konservative Wall Street Journal berichtet hatte, es habe eine Schweigegeldzahlung an das Model und Ex-„Playmate des Jahres“ Karen McDougal gegeben, sagte Trumps damalige Sprecherin Hope Hicks vor Reportern: „Wir haben keine Kenntnis von dieser Sache.“

12. Januar 2018: Das Wall Street Journal berichtet über die Zahlung an Stephanie Clifford (Künstlername „Stormy Daniels“). Daraufhin spricht Anwalt Cohen von „völlig abwegigen“ Spekulationen.

18. Januar 2018: Vize-Regierungssprecher Raj Shah erklärt, „alle diesbezüglichen Fragen wurden während des Wahlkampfes beantwortet. Alle weiteren Fragen sind an Michael Cohen zu richten.“

13. Februar 2018: Die Fassade beginnt zu bröckeln. Cohen bestätigt die Zahlung, betont aber, dass weder die Trump Organization noch die Wahlkampagne damit in Verbindung gestanden habe.

7. März 2018: Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders sagt gegenüber Journalisten: „Ich habe mit dem Präsidenten darüber gesprochen. Er hatte keinerlei Kenntnisse von irgendwelchen Zahlungen.“

26. März 2018: Vizesprecher Shah verneint, dass Trump „irgendeine Kenntnis von den Zahlungen hatte“.

28. März 2018: Cohens eigener Anwalt David Schwartz meldet sich mit einer neuen Wendung zu Wort. Cohen habe alles in eigener Regie verhandelt. Trump habe davon nichts gewusst.

29. März 2018: In einem Gespräch mit Megyn Kelly (NBC) hebt Schwartz hervor, dass Cohen für diese Zahlung ausdrücklich nicht entschädigt worden sei.

5. April 2018: An Bord der Präsidentenmaschine Air Force 1, steigt schließlich Trump persönlich in die Debatte ein, in dem er die Frage, ob es eine Zahlung an Clifford gegeben habe, mit einem kurzen „Nein“ beantwortet. Der Präsident stößt im Gespräch mit den ihn begleitenden Journalisten allerdings auf eine hartnäckige Reporterin der Nachrichtenagentur AP, die nachhakt: „Wann hat Michael Cohen die Zahlung ausgeführt?“ Daraufhin Trump: „Sie müssen Michael Cohen fragen. Michael ist mein Anwalt, und sie müssen Michael fragen.“ Und noch mal fragte die Reporterin nach: „Wissen Sie, von wem Cohen das Geld für die Zahlungen erhielt?“ Trumps Antwort: „Nein. Das weiß ich nicht.“

9. April 2018: Die Bundespolizei durchsucht Cohens Wohnung, sein Büro und das Hotelzimmer, das er zwischenzeitlich bewohnte.

26. April 2018: Trump bemüht sich offenbar um einem Ausweg. „Michael vertritt mich, und er führt auch diverse Dinge in meinem Namen aus. Er vertritt mich, wie bei dieser verrückten ‚Stormy Daniels’.“

2. Mai 2018: Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudi Giuliani springt seinem Freund Trump zur Seite. Gegenüber Fox News sagt Giuliani: Trump habe Cohen das Geld zurückgezahlt. „Aber – so weit ich weiß - wusste er nicht, worum es im Detail ging. Die beiden Männer haben eine grundlegende Vereinbarung, dass sich Michael um solche Angelegenheiten kümmert“, so Giuliani.

3. Mai 2018: Trump twittert: „Mr. Cohen erhielt einen monatlichen Vorschuss.“ Aber Geld von seiner eigenen Wahlkampagne habe keine Rolle gespielt.

4. Mai 2018: Giuliani legt nach: Die Zahlungen an Stormy Daniels sollten die Präsidentenfamilie vor „schmerzhaften Veröffentlichungen“ schützen. Es habe keine Rolle gespielt, dass Trump zu diesem Zeitpunkt als Kandidat auftrat.

21. August 2018: Cohen sagt – unter Eid – aus, dass die Zahlung von Trump unmittelbar und von Beginn an koordiniert wurde. Mehr noch: Das Geld hatte Cohen zwar von seinem Konto überwiesen, es wurde ihm aber unverzüglich – und mit einem großzügigen Bonus versehen – von der „Trump Organization“ zurückerstattet. Laut Gerichtsunterlagen insgesamt 420.000 Dollar. Davon war lange Zeit nichts bekannt.

22. August 2018: Trump sagt, „die Zahlung war keine Verletzung der Gesetze zur Wahlkampffinanzierung. Die Zahlung kam nicht aus meinem Team, sie kam von mir.“ Auch diese Aussage ist offenkundig falsch. Laut der New Yorker Staatsanwaltschaft hatte nicht Trump, sondern seine Firma „Trump Organization“ insgesamt 420.000 Dollar an Cohen zurückgezahlt – aufgeteilt in Monatsraten zu jeweils 35.000 Dollar. Wie die Staatsanwaltschaft schreibt, wurden diese Raten von der Firma – versehentlich – als Leistungen für juristische Beratungen abgebucht. Die habe es aber gar nicht gegeben. Nach Informationen der Washington Post erwägen die Ermittler, aus diesem Grund ihre Nachforschungen auch auf die „Trump Organization“ auszuweiten.

23. August 2018: Trump wischt sämtliche Vorwürfe in einem Interview mit Fox News zur Seite, indem er betonte, dass die Zahlungen von ihm persönlich stammen würden, er aber angeblich erst später davon erfuhr. Ein nicht nachzuvollziehender Widerspruch, auf den die Fox News-Moderatorin Ainsley Earhardt allerdings nicht näher einging. Ein Widerspruch mit besonderer Sprengkraft: Für das New Yorker Gericht ist es eine entscheidende Frage, zu welchem Zeitpunkt Trump von dem Deal erfuhr.

Staatsanwaltschaft überprüft Deal mit „National Enquirer“

Wie es in den Gerichtsunterlagen heißt, habe am Anfang eine ganz andere Vereinbarung gestanden: Im August 2015, als Trump erstmals seine Pläne zur Kandidatur veröffentlichte, schlossen Cohen, Mitarbeiter des Wahlkampfteams und die Medienfirma „AMI“ ein geheimes Abkommen: Demnach erklärte sich AMI, die unter anderem die Boulevardzeitung „National Enquirer“ herausgibt, bereit, mögliche Skandalgeschichten, die gegen Trump gerichtet sind, aufzukaufen – sie aber letztlich nicht zu publizieren.

Wie das „Wall Street Journal“ und „Vanity Fair“ am Donnerstag berichteten, nimmt die Staatsanwaltschaft nun auch die AMI-Chefs in die Mangel: Sie erhalten offenbar Straffreiheit, wenn sie alle Details zu dem damaligen Deal offenlegen. Interessiert sind die Beamten dabei vor allem an einer Antwort auf die Frage: Zu welchen Zeitpunkt erfuhr Trump von dem dubiosen Abkommen?

Von Stefan Koch/RND

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