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Welt Fälscher-Bande verkauft Bahn-Tickets bei Ebay
Mehr Welt Fälscher-Bande verkauft Bahn-Tickets bei Ebay
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13:59 02.10.2018
Eine Hand hält ein Ticket vor einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Quelle: Armin Weigel/dpa
Leipzig

Sie fälschten Tickets und verkauften sie an gutgläubige Bahnkunden: Eine Bande aus dem Raum Leipzig soll Monatskarten der Deutschen Bahn über mehr als ein Jahr im großen Stil nachgemacht haben. Dabei entstand nach bisherigen Erkenntnissen ein Schaden von rund 27.000 Euro, wie Torsten Henkel, der Sprecher der Bundespolizei in Leipzig, mitteilte.

Mit einer Razzia ging die Behörde am Dienstagmorgen gegen fünf Verdächtige im Alter zwischen 29 und 42 Jahren vor. Vier Wohnungen in Leipzig und eine in Altenburg seien dabei durchsucht worden, so Henkel gegenüber Leipziger Volkszeitung. Bei der vom Amtsgericht angeordneten Razzia wurden vier der Männer in der Messestadt von der Polizei gestellt. Die Ermittler beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial, darunter Festplatten und Mobiltelefone. Alle Verdächtigen wurden vernommen und kamen dann wieder auf freien Fuß. Nach dem Altenburger werde noch gesucht.

Auch gegen Ticket-Käufer wird ermittelt

Den Deutschen wird unter anderem Urkundenfälschung und Betrug vorgeworfen. „Man kann von einer Bandenstruktur sprechen“, so Henkel. Die Beschuldigten sollen die Monatskarten im Wert zwischen 75 und 280 Euro auf vorgefertigte Blankodokumente der Bahn gedruckt haben. Wie sie an das Papier gelangten, ist noch Teil der Ermittlungen. Es wird nicht ausgeschlossen, dass Automatensprengungen dabei eine Rolle gespielt haben könnten.

Teilweise nutzten die Männer die Tickets selbst. Über verschiedene Kanäle sollen sie aber auch zu günstigeren Preisen an Kunden aus Leipzig und dem Umland verkauft worden sein. Dabei sollen die Täter unter anderem auf Online-Plattformen wie „Ebay Kleinanzeigen“ oder „Facebook Marketplace“ Inserate eingestellt haben. „Es wurden auch Menschen gezielt am Bahnhof angesprochen, die sich am Automaten eine Karte kaufen wollten“, so Henkel.

Auch gegen die Nutzer der Monatskarten werde ermittelt, so Henkel. Sie hätten sich des Erschleichens von Leistungen, möglicherweise auch der Urkundenfälschung schuldig gemacht. Die ersten Fake-Tickets waren bei der Bahn bereits im Sommer 2017 aufgefallen. Die Anzeigen landeten jeweils bei der Bundespolizei in Leipzig, wo die Ermittlungen schließlich zusammenliefen. Die Bahn schickte den Ermittlern die Karten zu – und dort fielen schnell Parallelen auf. „Die Fälschungen waren mit bloßem Auge vom Original zu unterscheiden“, erklärte der Sprecher der Bundespolizei.

Bundespolizei rät von dubiosen Ticketkäufen ab

Wie viele Karten in Umlauf gelangten, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Bundespolizei warnte Kunden eindringlich davor, Tickets am Bahnhof von Unbekannten zu kaufen. „Karten sollten nur an dafür ausgewiesenen Schaltern, Verkaufsstellen oder Automaten erworben werden“, riet Henkel.

Von Robert Nößler/LVZ/RND

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