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Welt Europas neuer Blick auf Afrika
Mehr Welt Europas neuer Blick auf Afrika
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14:12 23.02.2018
Wachsender Extremismus als Zeichen wachsender Verzweiflung: Ein Soldat vor dem von einem Anschlag getroffenen „Splendid Hotel“ in Ouagadougou (Burkina Faso). Quelle: AP
Brüssel

Eine Afrika-Konferenz vor dem EU-Gipfel: Brüssel setzt gleich doppelt ein Signal des Zusammenrückens.

Bei der Solidarität mit den Sahelstaaten geht es nicht nur um den drängenden Wunsch nach Beseitigung der vielzitierten Fluchtursachen. Es ist ganz generell ein Anliegen Europas, diese von Armut und terroristischer Infiltration verwundete Region zu stabilisieren. Denn die Unruhe dort strahlt auch auf Europa aus. Wenn ganze Staaten in Afrika nicht funktionieren, bilden sich gesetzlose Zonen, in denen etwa Rückzugsmöglichkeiten für Terroristen oder Drogenbanden entstehen. Hinzu kommt: Überall wo die Politik versagt, fallen Botschaften von Extremisten auf fruchtbaren Boden. Ein gut regierter Staat dagegen, der auf Zusammenhalt achtet und den Menschen Sicherheit bietet, bremst jede Form von Radikalisierung.

Die Absichten der EU sind gut. Es ist auch richtig, die Eingreiftruppe der afrikanischen Staaten zu unterstützen. Doch niemand sollte sich etwas vormachen: Mit zusätzlichen 5000 Soldaten, die die dort bereits stationierten Kräfte aus Frankreich und übrigens auch Deutschland sowie die UN-Truppen ergänzen sollen, lässt sich nicht herstellen, was jahrzehntelange Kämpfe zerstört haben. Bei dem Versuch, diesen Ländern zu helfen, brauchen die EU und die Afrikanische Union einen langen Atem.

Das wird für eine Gemeinschaft, die selbst gerade ihre eigenen Gelder für ihre nächste Finanzperiode ab 2021 zusammenkratzen muss, nicht einfach. Ein Nettozahler weniger – das reißt ein tiefes Loch in den ohnehin schon knapp gerechneten Etat. Außer der Bundesrepublik hat bisher kein Mitgliedsland signalisiert, mehr Geld nach Brüssel zu überweisen, obwohl die Herausforderungen stetig wachsen.

In vielen Staaten der EU verdrängt inzwischen die Sorge um den Erhalt der Strukturmittel für die eigenen Regionen jeden Gedanken, den man sich mit Blick auf eine Stabilisierung Afrikas machen könnte. Mancher könnte versucht, sich Afrika gleichsam wegzuwünschen und, in Anlehnung an die Parolen des US-Präsidenten, lauthals auszurufen: Europa zuerst! Doch so kurzsichtig darf Europa nicht sein.

Eine gute Zukunft wird sich nicht aus der Konfrontation der benachbarten Kontinente ergeben, sondern aus einer neuen, besseren Zusammenarbeit. Afrika braucht erstens politische Stabilität, um staatliche Strukturen zu installieren, die den Menschen ein Mindestmaß an Verlässlichkeit geben, ökonomisch und sozial. Afrika braucht zweitens einen besseren Zugang zu den Märkten der EU, es braucht Hilfen bei der Vermarktung und nicht zuletzt beim Knüpfen direkter Kontakte zwischen Herstellern und Kunden. Hier liegt der Weg zu einem selbstständigen und stolzen Afrika.

Von Detlef Drewes/RND

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