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Welt Es geht um die Frage, ob die CDU mit der Ära Merkel bricht
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17:15 04.11.2018
Ein Foto aus dem Jahr 2000: CDU-Generalsekretärin Angela Merkel winkt nach ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU den Delegierten zu. Quelle: Martin Athenstädt/dpa
Berlin

Die CDU braucht nach 18 Jahren mal wieder einen neuen Vorsitzenden und wie im Jahr 2000 werden Regionalkonferenzen einberufen. Es ist ein richtiger Impuls. Nur die Parteitagsfunktionäre darüber entscheiden zu lassen, wer künftig die Geschicke der Partei führen soll, würde von Abgehobenheit zeugen und den Grundstein für neue Unzufriedenheit legen.

Dass das Format die Entscheidung vorwegnehmen kann, zeigt das historische Beispiel: Die Kandidatin Angela Merkel nahm 2000 die Parteibasis im Sturm. Ihr Konkurrent Volker Rühe hatte damals das Nachsehen. Aber der Blick in die Geschichte erlaubt keinen Schluss auf das Ergebnis der Kür: Merkel war im Vorteil, weil sie ein Alternativmodell zum System Helmut Kohl war. Das würde für einen Sieg des Merkel-Antipoden Friedrich Merz sprechen. Aber Merz ist auch ein Rückkehrer in die Politik – so wie Rühe, der damals das Nachsehen hatte.

Noch zeigt sich die Partei unentschlossen und ein wenig erstaunt über die plötzlichen Entscheidungsmöglichkeiten. Nach der ersten Woche scheint Friedrich Merz im Vorteil zu sein – ihm gehörten die Schlagzeilen. Das war kein Wunder: Merz ist während seiner Abwesenheit aus der Politik zur Ikone erstarrt. Dass dies so bleibt, ist nicht gesagt: Gute Redner sind auch Jens Spahn und Annegret Kramp-Karrenbauer. Der eine steht für die jüngere Generation, die andere hat zwei Landtagswahlen gewonnen. Und Merz muss erst noch zeigen, dass seine Kandidatur mehr ist als ein Rachefeldzug gegen die einstige Konkurrentin Merkel.

Lesen Sie auch: Deutsche würden Merz an CDU-Spitze wählen

Klar scheint allerdings eins: Wenn sich in den Regionalkonferenzen ein deutlicher Trend für einen der Bewerber abzeichnet, werden die Parteitags-Delegierten anschließend um das Votum der Basis nicht herumkommen. Es geht dabei nicht nur um die künftige Person an der Spitze. Es geht auch um die Frage, ob die CDU die Ära Merkel nicht nur beendet, sondern auch mit ihr bricht.

Von Daniela Vates/RND

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