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Welt „Er war ein seltsames Kind, ein Einzelgänger“
Mehr Welt „Er war ein seltsames Kind, ein Einzelgänger“
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10:31 19.02.2018
Nikolas C. sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Quelle: dpa
Parkland

Der Valentinstag ist an den Schulen der USA ein Tag, an dem es besonders nett zugeht in den Klassenräumen. Viele Schüler bringen für ihre Kollegen kleine Geschenke mit, manche Lehrer organisieren kleine Feiern. In Parkland im Bundesstaat Florida bringt ein 19-Jähriger an diesem 14. Februar eine halbautomatische Waffe mit in die Marjory Stoneman Douglas High School – und jede Menge Munition. Er erschießt 17 Menschen und verletzt Dutzende weitere.

Laut Polizei und ehemaligen Mitschülern war Nikolas C. ein Sonderling. Die 17-jährige Victoria Olvera berichtete, dass C. im vergangenen Jahr nach einem Kampf mit dem neuen Freund seiner Ex-Freundin von der Schule verwiesen worden sei. C. habe außerdem seine Freundin misshandelt.

Der Bürgermeister des Bezirks Broward, Beam Furr, sagte dem Fernsehsender CNN, der Verdächtige sei zeitweise in einer Psychiatrie behandelt worden, aber seit mehr als einem Jahr nicht mehr in der Klinik gewesen.

Die Mutter des Verdächtigen, Lynda C., sei am 1. November an einer Lungenentzündung gestorben, berichteten laut „Sun Sentinel“ Nachbarn, Freunde und Familienangehörige. Mit ihrem Mann, der vor einigen Jahren an einem Herzinfarkt gestorben sei, habe sie Nikolas und dessen biologischen Bruder Zachary adoptiert.

Pflegefamilie wusste von der Schusswaffe

Nach Lyndas Tod hätten die beiden Jungen zunächst bei einem Freund der Familie gelebt, berichtete die Familienangehörige Barbara Kumbatovich. Dem Verdächtigen habe es dort nicht gefallen und er sei zur Familie eines Freundes gezogen. Nach Angaben des Anwalts dieser Familie, Jim Lewis, wusste sie, dass C. eine Waffe vom Typ AR-15 besaß, sorgte aber dafür, dass er das Gewehr in einem Schrank verschloss. Er habe allerdings einen Schlüssel dafür gehabt.

Bezirkssheriff Scott Israel sagte, Ermittler untersuchten die Veröffentlichungen des Verdächtigen in sozialen Netzwerken.

Mitschüler beschreiben ihn als Einzelgänger

Der Schüler Daniel Huerfano, der bei dem Angriff entkam, sagte, er habe C. wegen eines Bildes auf Instagram erkannt, wo C. mit einer Waffe vor seinem Gesicht posiert habe. Er habe C. als schüchternen Schüler in Erinnerung. „Er war dieses seltsame Kind, das man sieht ... wie ein Einzelgänger“, sagte Huerfano.

Der 17-jährige Dakota Mutchler sagte, er sei einst eng mit C. befreundet gewesen, habe ihn nach dem Schulverweis aber seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen. „Er begann, zunehmend etwas seltsamer zu werden“, sagte er. C. habe sich auf Instagram über das Töten von Tieren geäußert und darüber gesprochen, dass er in seinem Garten Zielübungen mit einem Luftgewehr durchführe.

Schulrat will von Drohungen nichts gewusst haben

C. habe eine Freundin von Mutchler bedroht, berichtete dieser. „Ich glaube, jeder hatte im Kopf, wenn es jemanden gibt, der das macht, dann wird er es sein.“

Der Bezirksschulrat Robert Runcie sagte, ihm sei nicht bekannt, dass C. der Schule gedroht habe. Ein Lehrer berichtete dem „Miami Herald“ aber, dass C. als mögliche Bedrohung identifiziert worden sein könnte. Der Mathematiklehrer Jim Gard sagte, C. sei vergangenes Jahr in seiner Klasse gewesen und er glaube, die Schule habe Lehrer in einer E-Mail gewarnt, dass C. nicht mit einem Rucksack auf das Schulgelände gelassen werden solle.

Von RND/iro/dpa

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