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Eine heikle Mission für Ivanka Trump

Verhältnis USA-Nordkorea Eine heikle Mission für Ivanka Trump

US-Präsident Donald Trump schickt seine Tochter zu den Spielen nach Südkorea – und verhängt neue Sanktionen gegen den Norden.

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Demonstrative Nähe: Ivanka Trump mit Südkoreas Präsident Moon Jae In.

Quelle: Kim Min-Hee

Pyeongchang. Als die Tochter von US-Präsident Donald Trump am Flughafen Incheon eintrifft, gibt sie sich unauffällig, diplomatisch. Es sei eine „große Ehre“, sie sei „aufgeregt“, das Team USA anzufeuern, erklärt Ivanka Trump. Plötzlich wird die Sondergesandte des Weißen Hauses für die Olympischen Winterspiele aber ganz staatstragend: Mit ihrer Delegation wolle sie bei dem Besuch „unsere starke und anhaltende Verpflichtung mit dem Volk der Republik Korea bekräftigen“.

Die „First Daughter“ betritt ein politisches Minenfeld. Besonders nachdem Machthaber Kim Jong Un vor zwei Wochen seine Schwester Kim Yo Jong zur Eröffnung der Spiele geschickt hatte. Beide Frauen sind einflussreiche Beraterinnen der wichtigsten Gegenspieler, Kim und Trump. Beide vermitteln den Eindruck der Mäßigung in einem Konflikt, der verheerende Folgen haben könnte – und beide sind Lieblinge der Regenbogenpresse.

Das freundliche Antlitz des nordkoreanischen Regimes

Das freundliche Antlitz des nordkoreanischen Regimes: Kim Yo Jong, Schwester von Kim Jong Un.

Quelle: AP

Während der Spiele hatte die Krise zwischen den USA und Nordkorea Pause. Doch bereits vor dem Ende flammten die Spannungen wieder auf. Das US-Finanzministerium belegte 55 Schiffe, Reedereien und Handelsunternehmen mit Strafmaßnahmen. US-Präsident Donald Trump sagte, es handele sich um die „heftigsten Sanktionen“, die jemals verhängt worden seien. Die Maßnahme ziele auf illegale Handlungen Nordkoreas, mit denen das Regime existierende Sanktionen umgehe, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin.

Kim Yo Jong sagt Treffen in letzter Minute ab

Trumps Regierung setzt damit ein deutliches Zeichen, dass sie in ihrem Druck auf Pjöngjang nicht nachlassen will – trotz der überraschenden Annäherungspolitik zwischen Nord- und Südkorea während der Winterspiele. Zudem wollen die USA und Südkorea bald die wegen Olympia verschobenen Militärmanöver nachholen – aus Nordkoreas Sicht eine weitere Provokation.

Die USA geben sich durchaus offen für Gespräche mit Nordkorea – doch müssen diese auf eine Beseitigung der atomaren Bedrohung hinauslaufen. US-Vizepräsident Mike Pence wollte sich sogar auf ein Treffen mit der Kim-Schwester einlassen. Doch Kim Yo Jong sagte in letzter Minute ab – verärgert darüber, dass Pence neue Sanktionen angekündigt und nordkoreanische Flüchtlinge getroffen hatte.

Von Dirk Godder und Andreas Landwehr

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