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10:17 30.10.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: Uwe Koch/Eibner-Pressefoto EP

Angela Merkel ist in der deutschen Geschichte ohne Beispiel. Das gilt für den 22. November 2005, als sie im Bundestag als erste Frau, als erste Ostdeutsche, den Amtseid als Bundeskanzlerin ablegte. Das gilt für ihren manchmal an Prinzipienlosigkeit grenzenden Pragmatismus, mit dem sie die kleinen und größeren Probleme bearbeitet hat. Und es gilt ganz besonders für die Gelassenheit, mit der sie stets auf Beleidigungen und Provokationen aus dem In- und Ausland reagierte. Der Begriff „unbeleidigt“ könnte für diese Kanzlerin erfunden worden sein.

Ohne Beispiel ist aber auch der Stil, mit dem sie nun ihren Rückzug aus der Politik in zwei Schritten ankündigt: nüchtern in der Analyse, würdevoll im Ton. Und zugleich ein wenig keck. „Ja, damit weiche ich in erheblichem Maß von meiner tiefen Überzeugung ab, dass Parteivorsitz und Kanzleramt in einer Hand bleiben sollten“, sagte Merkel zum Schluss ihrer Erklärung ganz nonchalant.

So ist diese Kanzlerin. So war diese Kanzlerin, wird es nun bald heißen: interessiert nur am Machbaren, an einer möglichst stabilen Versuchsanordnung. Interessiert daran, diesem Land zu dienen – in einer Welt, in der die politische Bühne immer mehr von machtbesessenen Männern, rücksichtslosen Diktatoren, selbstverliebten Präsidenten dominiert wird.

Vielleicht hat Angela Merkel inzwischen auch einfach eingesehen, dass sie bereits zur letzten Wahl besser nicht mehr angetreten wäre. Denn nach 18 Jahren an der Spitze der CDU und zwölf Jahren im Kanzleramt fehlte ihr zuletzt spürbar die nötige Energie und Überzeugungskraft. In den letzten Wochen ihrer Amtszeit als Parteivorsitzende und in den letzten Monaten ihrer Kanzlerschaft will sie nun also versuchen, was sie selbst mehrfach für kaum machbar erklärt hat: eine geordnete Übergabe der Macht zu organisieren. Schwierig ist dieses Manöver schon deshalb, weil die CDU im Dezember nicht nur über einen neuen Parteivorsitzenden abstimmt. Denn der nächste Parteichef oder die nächste Parteichefin der CDU wird auch nach der Kanzlerschaft greifen.

Merkel war klug beraten, keine namentliche Empfehlung für ihre Nachfolge auszusprechen, auch wenn jeder ahnt, dass sie ihre treue Dienerin Annegret Kramp-Karrenbauer für die geeignete Kandidatin hält. Gelingen könnte die Machtübergabe in der Union vor allem, weil Merkel schon klargestellt hat, dass ihre politische Laufbahn mit dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt enden wird. Sie will anschließend weder als einfache Abgeordnete im Bundestag sitzen, noch „weitere politische Ämter“ anstreben. Sie hat also klargestellt, dass sie in der Causa Merkel-Nachfolge keinerlei eigene Aktien hat. Das verleiht ihr für die Gestaltung des anstehenden Prozesses eine besondere Glaubwürdigkeit. Und auch das ist ohne Beispiel.

Im Dezember 2018 gibt Angela Merkel den CDU-Parteivorsitz ab. Ihre Nachfolger haben sich bereits positioniert – so wie sie damals im Jahr 2000 als sie an die Spitze der Christdemokraten trat. 18 Jahre Merkel-Vorsitz in Bildern.

Von Wolfgang Büchner/RND

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