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Welt „Ein verbindendes Handwerk“ – Blaudruck ist immaterielles Kulturerbe
Mehr Welt „Ein verbindendes Handwerk“ – Blaudruck ist immaterielles Kulturerbe
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14:40 28.11.2018
Deutschland hat sich zusammen mit Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei für die Blaudruck-Technik als immaterielles Kulturerbe eingesetzt. Quelle: Oliver Killig/dpa-
Port Louis

Blaudruck, eine auch in Deutschland verwendete jahrhundertealte Technik der Textilveredelung, ist zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Dies entschied der zuständige Ausschuss der UN-Kulturorganisation Unesco am Mittwoch bei einer Sitzung auf Mauritius. Deutschland war zusammen mit Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei an der Nominierung beteiligt.

„Der Blaudruck ist wahrlich ein verbindendes Handwerk – international wie national“, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz und Kultusminister von Thüringen, Helmut Holter. So hätten sich nicht nur fünf Staaten für diese Nominierung zusammengeschlossen; in Deutschland seien Blaudrucker aus sechs Bundesländern daran beteiligt.

Nur noch zwölf Betriebe in Deutschland können blaudrucken

Der Blaudruck wird vor allem auf Leinen, Baumwolle oder Seide angewandt. Ein farbabweisendes Mittel wird auf den Stoff aufgetragen, so dass an diesen Stellen im Färbebad keine Farbe angenommen wird und weiße Muster entstehen. Heute gibt es der Unesco zufolge nur noch zwölf Betriebe in Deutschland und 15 in anderen europäischen Ländern, die diese Kulturform ausüben.

Mehr zum Thema: Sieben Kulturformen zum gefährdeten immateriellen Kulturerbe erklärt

Die Technik spiele noch heute bei der Herstellung von Trachten eine wichtige Rolle, und auch junge Designer hätten sie für sich entdeckt, sagte Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission. Sie hoffe, dass durch diese Einschreibung der Blaudruck „erhalten bleibt und in der Verbindung mit neuen Techniken kreativ genutzt wird“.

Reisende der Niederländischen Ostindien-Kompanie brachten laut Unesco diese Technik zusammen mit der Indigo-Färberpflanze im 17. Jahrhundert nach Europa. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Verfahren in Mitteleuropa demnach weit verbreitet, allerdings verlor es mit dem Aufkommen der industriellen Massenproduktion an Attraktivität.

Auch koreanisches Wrestling ist immaterielles Kulturerbe

Der Unesco-Ausschuss tagt noch bis Samstag in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius. Kulturformen wie die Parfümherstellung in Frankreich werden voraussichtlich noch zum immateriellen Kulturerbe erklärt, auch die Reggae-Musik aus Jamaika hat Chancen.

Bislang wurde bereits das traditionelle koreanische Wrestling zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Nordkorea und Südkorea hatten sich überraschend für die Nominierung zusammengeschlossen, was Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay einen symbolträchtigen Schritt auf dem Weg zur Aussöhnung zwischen den koreanischen Staaten nannte. Zudem wurden sieben Kulturformen in die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter ein Schattenspiel aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Insgesamt sind diesmal nach Angaben der Unesco knapp 50 Kulturformen neu als immaterielles Kulturerbe der Menschheit nominiert. Bisher zählen schon 470 lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken dazu. Darunter sind zum Beispiel der Orgelbau und die Orgelmusik aus Deutschland, der Tango aus Argentinien und Uruguay und die traditionelle chinesische Medizin.

Von dpa / RND

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