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Welt Durchbruch im spektakulären Mordfall Crantz?
Mehr Welt Durchbruch im spektakulären Mordfall Crantz?
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19:23 10.10.2018
Geschäftsfrau Monika Crantz wurde 1999 ermordet. Quelle: Archiv
Lüneburg

Förster Oliver Christmann wollte im Wald bei Neu Sülbeck Bäume auszeichnen, dabei machte er eine grausige Entdeckung: Vor ihm auf dem Waldboden lag ein menschlicher Schädel. Der Fund könnte vielleicht das letzte noch fehlende Puzzleteil in einem der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahrzehnte sein, der als „Mord ohne Leiche“ Schlagzeilen machte. Denn bei den jetzt gefundenen Leichenteilen könnte es sich um die sterblichen Überreste von Monika Crantz handeln. Das berichtet die Lüneburger Landeszeitung.

„Wir können diese Möglichkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedenfalls nicht ausschließen“, betonte am Mittwoch Kriminaldirektor Steffen Grimme, Leiter der Lüneburger Kripo. Die damals 49-jährige Geschäftsfrau aus Ratzeburg war nach Auffassung des Lübecker Landgerichts 1999 von ihrem Ehemann Hartmut Crantz aus Habgier ermordet worden. Die Richter verurteilten den Geschäftsmann wegen Mordes im Jahr 2000 zu lebenslanger Haft. Ein Urteil, das in einem Revisionsprozess 2003 bestätigt worden war. Wenige Tage nach dem zweiten Urteil hatte sich Hartmut Crantz in seiner Zelle erhängt.

Der Ehemann der Toten, Hartmut Crantz, wurde 2000 wegen Mordes verurteilt. 2003 erhängte er sich in seiner Zelle. Quelle: Archiv

Das Waldstück zwischen Elbe-Seitenkanal und Fernsehturm hatten die Ermittler schon vor knapp 20 Jahren im Visier: Mit Leichenspürhunden und mit zwei Hundertschaften aus Lüneburg und Braunschweig hatten die Beamten damals das 400 Hektar große Areal durchkämmt. Ohne Erfolg. Keine Spur von Monika Crantz. Der Ehemann hatte während seiner Bundeswehrzeit in Lüneburg seinen Panzerführerschein gemacht, kannte also das Gebiet, so die Begründung der Ermittler damals. Außerdem hatte sich Hartmut Crantz zur Tatzeit einen Ford Mondeo gemietet. Der Tachostand deutete auf eine Fahrt in die Lüneburger Region.

1999 wurde die Geschäftsfrau Monika Crantz ermordet. Ihr Ehemann wurde vom Gericht zu der Tat verurteilt. Eine Leiche fand die Polizei jedoch nie. Nun sind sterbliche Überreste in einem Wald bei Lüneburg entdeckt.

Am Mittwoch durchsuchte die Polizei das Waldstück erneut – und wurde fündig: In der Nähe vom Fundort des Schädels fanden die Beamten auch Teile eines Beckenknochens sowie zwei weitere Knochen, die nun weiter untersucht werden.

Von Klaus Reschke

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