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Welt Donald Trump verspottet Kavanaugh-Anklägerin
Mehr Welt Donald Trump verspottet Kavanaugh-Anklägerin
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08:17 03.10.2018
Donald Trump während einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. Quelle: Evan Vucci/AP
Washington

Auf die laufenden Ermittlungen durch die Bundespolizei FBI nimmt Donald Trump keine Rücksicht. Inmitten der Nachforschungen über Brett Kavanaugh schlägt sich der Chef des Weißen Hauses auf die Seite seines Kandidaten: Der Richter habe ein unbescholtenes Leben geführt und werde wie aus dem Nichts in den Dreck gezogen. „Sein Leben liegt in Scherben. Das Leben seiner Ehefrau liegt in Scherben“, ruft Trump seinen Anhänger auf seiner Wahlkampf-Rally in Southaven, Mississippi, zu.

Die Menge johlt und applaudiert, und Trump geht noch einen Schritt weiter. Ohne den Namen von Christine Blasey Ford zu erwähnen, verhöhnt er die Frau, die Kavanaugh beschuldigt, sie vor 36 Jahren auf einer Party von Highschool-Schülern gemeinsam mit einem Freund überfallen zu haben.

Wie ein Schauspieler stellt sich Trump vor seine Anhänger und imitiert die Professorin, wie sie vor dem Justizausschuss die Fragen der Senatoren beantwortete: „Wie sind Sie in das Haus gekommen? Weiß ich nicht. Wie sind Sie nach Hause gekommen? Weiß ich nicht. An welchem Ort geschah der Vorfall? Weiß ich nicht. An welchem konkreten Tag geschah der Übergriff? Weiß ich nicht.“ Und mit Blick auf die anderen beiden Frauen, die Kavanaugh sexueller Übergriffe beschuldigen, sagt Trump: „Das sind wirklich böse Menschen.“

Trump: „Für junge Männer ist es eine schwierige Zeit“

Bereits vor seinem Abflug in Washington hatte Trump das gesellschaftliche Klima in Amerika beklagt: „Für junge Männer ist es eine schwierige Zeit. Sobald sie angeklagt werden, gelten sie als schuldig. Nicht der Kläger hat seine Vorwürfe zu untermauern, sondern der Beschuldigte muss seine Unschuld beweisen.“

Trumps unterschwellige Angriffe lösten noch am Dienstagabend eine Welle der Empörung aus. So erinnerte der langjährige Kongressabgeordnete Adam Schiff an frühere Ausfälle des Präsidenten: „Trump hat gerade Dr. Ford verspottet, ein Opfer sexueller Gewalt. Das kann uns nicht überraschen, zumal er auch hochdekorierte Veteranen, Behinderte und frühere Kriegsgefangene verhöhnte. Aber es sollte uns ebenso anwidern.“

Fords Anwalt spricht von bösartigem Angriff

Auch Fords Anwalt Michael Bromwich hält die Aussagen für völlig inakzeptabel: Trumps Äußerungen seien ein bösartiger und abscheulicher Angriff auf seine Mandantin. Im Übrigen würde Trump allen Opfern sexueller Gewalt vor Augen führen, womit sie rechnen müssten, wenn sie mit ihren Vorwürfen an die Öffentlichkeit gingen.

Der Justizausschuss des US-Senats hatte sich in der vergangenen Woche mit dem Weißen Haus darauf verständigt, die erneuten Untersuchungen des FBI zu Kavanaugh auf eine Woche zu begrenzen. Die Opposition hält diese Frist für unzureichend, zumal bisher noch nicht einmal die Anklägerin Ford von der Bundespolizei vernommen wurde. Dagegen drängt Mitch McConnell, Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, auf eine zügige Abstimmung über den Richter.

Brett Kavanaugh, dem Kandidaten für den Obersten Gerichtshof wird von der Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford vorgeworfen, versucht zu haben, sie Anfang der 1980er Jahre auf einer Schulparty zu vergewaltigen.

Von Stefan Koch/RND

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