Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Welt Diesel-Fahrverbote kommen in Mode
Mehr Welt Diesel-Fahrverbote kommen in Mode
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 27.02.2018
Diesel-Fahrverbot in deutschen Innenstädten sind möglich – die EU hat bislang nicht auf das Gerichtsurteil reagiert. Quelle: imago stock&people
Brüssel

Ob Fahrverbote, bauliche Veränderungen in den besonders belasteten Regionen der Städte oder schadstoffärmere Motoren – die Brüsseler EU-Kommission hatte nie ein bestimmtes Instrument zur Senkung der Luftbelastung gefordert. Das machte Umweltkommissar Karmenu Vella in den vergangenen Wochen immer wieder deutlich. Angesichts von 400.000 Toten in der EU, die deshalb vorzeitig sterben, weil die Luft zum Atmen zu schlecht sei, müsse „etwas“ getan werden. Was auch immer dieses Etwas sein werde. Seit 2010 drängt die EU-Verwaltung die Mitgliedstaaten, die gesteckten Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide einzuhalten. 23 der 28 Mitgliedstaaten kümmerten sich lange nicht oder zu wenig darum, neun – darunter Deutschland – waren erst vor wenigen Wochen zum Rapport nach Brüssel bestellt worden. Vella bekräftigte, dass seine Behörde beabsichtige, die Bundesrepublik vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen. Die mögliche Strafe würde sich auf etliche hunderttausend Euro pro Tag belaufen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und mit ihr die gesamte Bundesregierung gerieten unter Druck.

Am Dienstag nun schwieg Brüssel, weil die EU nicht vorschreibt, wie die Ziele erreicht werden. Hauptsache, sie werden endlich erreicht. Denn die Zeit läuft ab. Allerdings hat die Kommission in der Vergangenheit durchaus mit Wohlwollen auf alle jene Versuche von Mitgliedstaaten hingewiesen, die endlich strikt gegen die Belastung der Atemluft durch Stickoxide vorgingen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo kündigte schon vor Monaten an, ab 2020 Diesel -Autos, die vor 2001 zugelassen wurden, aus der Stadt zu verbannen. In den Niederlanden wurden ebenfalls kommunale Umweltzonen eingerichtet – betroffen sind Diesel-Lastwagen, die vor 2001 auf die Straße durften oder lediglich der Schadstoffklasse Euro 3 angehören. Amsterdam will noch in diesem Jahr Fahrverbote erlassen.

Österreich wehrt sich gegen Eingriffe in den Diesel-Verkehr

Neu in der Reihe der resoluten Kämpfer gegen Diesel-Motoren ist Belgien. Seit Jahresbeginn erfassen gerade erst installierte Kameras an den Grenzübergängen, den Autobahnen und in den Städten die Autos. Fahrzeuge des Jahrgangs 1992 oder älter dürfen nicht mehr nach Brüssel fahren. Schritt für Schritt sollen auch die jüngeren Autos mit Selbstzünder ausgesperrt werden, bis 2025 dann alle Diesel-Motoren verboten sind. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss mit Strafen von 350 Euro aufwärts rechnen. Für ausländische Besucher gilt: In Brüssel und vor allem Antwerpen müssen die Gefährte vorher angemeldet werden.

Dagegen wehren sich die Österreich und die Schweiz vorerst standhaft gegen Eingriffe in den Diesel-Verkehr. In Skandinavien gibt es zwar Forderungen nach einem Stopp der alten Stickoxid-Schleudern, ob die lokalen Behörden solche Autos blockieren dürfen, ist noch nicht sicher.

Allerdings sehen die europäischen Behörden Diesel-Fahrverbote als nicht unkritisch an. Schließlich verwiesen die Spezialisten der Kommission vor einigen Monaten in einem Gutachten darauf, dass keineswegs nur die Diesel-Antriebe an den hohen Belastungen mit Stickoxiden beteiligt sind, sondern auch hochgezüchtete Benziner mit Direkteinspritzung, wie sie häufig bei SUVs verwendet werden. Konsequenterweise, so hatten die Fachleute damals festgestellt, müssten Initiativen gegen den Diesel auch solche Autos einbeziehen.

Von Detlef Drewes/RND

Wenn es im Winter so richtig frostig ist, gibt es im Sommer weniger Mücken. Diese Faustregel hält sich hartnäckig und wird in diesen Tagen gern benutzt, um sich die Kälte schönzureden. Aber stimmt das auch?

27.02.2018

Ob das Kind auch sein Obst in der Schule aufgegessen hat? Täglich kontrollieren Millionen Eltern die Brotdosen ihres Nachwuchses. Eine Mutter aus Australien erlebte dabei nun eine Überraschung.

27.02.2018

Laut Gesetz darf die Arbeitszeit in Deutschland acht Stunden nicht überschreiten. Die Realität sieht anders aus, das ergab eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann beim Bundesarbeitsministerium. „Wenn die Arbeitszeiten zu lang sind oder die Pausen zu kurz, dann macht das krank. Die Arbeitgeber ignorieren geltendes Recht“, sagt Krellmann.

27.02.2018