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Diese Urteile stehen am Ende des NSU-Prozesses

Neonazi-Mordserie Diese Urteile stehen am Ende des NSU-Prozesses

Fünf Jahre lang dauerte der Prozess um die rechtsradikale Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Und nicht nur die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde am Mittwoch verurteilt. Auch vier Unterstützer des Terror-Trios müssen ins Gefängnis. Warum und wie lange? Ein Überblick.

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Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Quelle: dpa

München.
Zehn Morde, fünf Angeklagte und fünf Prozessjahre – die Bilanz des NSU-Kapitels ist langwierig. Die Richter des Oberlandgerichts München haben am Mittwoch das Urteil gesprochen, im Mittelpunkt: Hauptangeklagte Beate Zschäpe, die wegen der besonderen schwere der Schuld in zehn Mordfällen zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt wurde. Ob es dabei bleibt, steht derzeit noch in den Sternen, denn ihr Verteidiger wollen Revision einlegen. Aber wer wurde eigentlich noch verurteilt und warum? Die Urteile im Überblick:

Beihilfe zum Mord

Ralf Wohlleben wurde zu zehn Jahren haft verurteilt. Damit wurde der NSU-Waffenlieferant der Beihilfe zum Mord in neun Fällen schuldig gesprochen. Der frühere NPD-Funktionär gilt als einer der wichtigsten Unterstützer des Netzwerks.

Zehn Jahre Haft für Ralf Wohlleben

Zehn Jahre Haft für Ralf Wohlleben.

Quelle: dpa

Der frühere Vizechef der Thüringer NPD habe laut Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten nach dem Abtauchen des NSU-Trios die Rolle des „Chef-Unterstützers“ und die „zentrale Steuerung der Auftragserledigung“ übernommen. Wohllebens Verteidiger stellten ihren Mandanten im gesamten Prozessverlauf hingegen als „Bauernopfer“ und „Sündenbock“ dar. Aus dem von ihnen geforderten Freispruch wurde trotzdem nichts.

Unterstützung einer terroristischen Vereinigung

André E. muss eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten absitzen, wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Es hätte deutlich schlimmer kommen können für den gelernten Maurer: Die Anklage forderte auch eine Anklage wegen Beihilfe zu der Mordserie, kam damit aber nicht durch.

Andre E

Andre E. muss für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Quelle: JOERG KOCH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

E. gehörte zum engsten Vertrautenkreis der untergetauchten Neonazis Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. In diesem Rahmen beschaffte er nicht nur Fahrzeuge, sondern gab sich auch als Ehemann Zschäpes aus und half ihr letztlich bei der Flucht vor der Polizei. In ihrem Plädoyer im NSU-Prozess bestätigten die Verteidiger dessen nationalsozialistische Einstellung, die er auch auf der Haut trägt. E. schwieg bis zuletzt zu den Vorwürfen und verzichtete als einziger Angeklagter auf ein Schlusswort.

Er wurde unmittelbar nach der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft entlassen und bleibt frei, bis das Urteil rechtskräftig ist.

Geständig und Kooperativ

Carsten S. wurde zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt. Damals noch keine 21 Jahre alt, hat er Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Jahr 2000 eine „Ceska“-Pistole übergeben. Diese wurde später zur wichtigsten Mordwaffe des NSU. Dass S. geständig und kooperativ war, half ihm genauso, wie sichtbare Reue. Er sei 2011 von den Berichten über die Taten des NSU überrascht geworden. Carsten S. arbeitet mittlerweile als Sozialarbeiter für die Aidshilfe und lebt in einem Zeugenschutzprogramm.

Carsten S

Carsten S. wurde zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt.

Quelle: picture alliance / dpa

Mildernde Umstände durch wichtige Aussagen

Holger G. muss Unterstützung einer terroristischen Vereinigung für drei Jahre ins Gefängnis. Auch er habe die untergetauchten Terroristen unterstützt, mit Waffenlieferungen und Dokumentenfälschung. Von den Anschlägen und Morden will aber auch er nichts gewusst haben. Wichtige Aussagen gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe verschafften ihm im Prozessverlauf mildernde Umstände.

Holger G

Holger G. wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Quelle: dpa

Von RND/dpa/lf

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