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Welt Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Pilze sammeln
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15:40 14.09.2018
Pilzsammler aufgepasst! Diese Regeln gibt es bei der Ernte zu beachten. Quelle: Peter Endig/dpa
Hannover

 Langsam startet die Pilz-Saison – leidenschaftliche Sammler wissen genau worauf sie zu achten haben. Der Laie tut sich hierbei schon etwas schwerer. Wie viele Pilze kann man ernten und welche sind überhaupt genießbar? Fragen, die, wenn sie nicht gestellt werden, einem zum Verhängnis werden können.

Zwei Männer aus Baden-Württemberg wurden jüngst zu einem Bußgeld in der Höhe von 1.700 Euro verdonnert. Sie verstießen gegen das Bundesnaturschutzgesetz als sie ihren Kofferraum mit den Wald-Schätzen beluden.

Wie viele Pilze darf ich ernten?

Es gibt die sogenannte Handstrauß-Regel, die besagt, dass man pro Kopf ein Kilogramm mit nach Hause nehmen darf. Dieses Gesetz bezieht sich nicht ausschließlich auf Pilze, sondern gilt ebenfalls für Blumen, Beeren oder Kräuter. Sogenannte Waldfrüchte.

Wie unterscheide ich Speisepilze von giftigen Exemplaren?

Viele Gewächse unterscheiden sich kaum voneinander. Anfänger sollten ihr Gesammeltes vor dem Verzehr von einem Pilzsachbeauftragten überprüfen lassen. Grundsätzlich sollte man sich vor dem Ausflug in den Wald ein Grundwissen über Pilze aneignen. Lektüren dazu gibt es genug. Wer sich nicht sicher ist, sollte die Finger davon lassen.

Immerhin gibt es 15 potenziell tödliche Pilzarten in Deutschland. Weitere 150 sind mehr oder minder giftige Arten, darum ist Vorsicht geboten.

Wie ernte ich Pilze?

Pilze werden abgeschnitten und nicht aus dem Boden gerissen. Sie sind für das Ökosystem des Waldes von enormer Wichtigkeit. Nachdem sie abgeschnitten worden sind, sollte man sie reinigen und in einem luftigen Korb transportieren, damit sie nicht verderben. Spätestens zwei Tage nach dem Sammeln sollten die Pilze verzehrt werden.

Wie erkenne ich, ob es sich um frische Pilze handelt?

Es sollten nur festfleischige Pilze geerntet werden. Gewächse mit matschigen Stellen sollten stehen gelassen werden. Denn auch verderbende Speisepilze können Toxine entwickeln.

Was sind Anzeichen einer Pilzvergiftung?

Übelkeit und Erbrechen. Bei leisesten Anzeichen gilt es, sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Unbedingt die restlichen Pilze mitbringen, damit die Ärzte und Pilzsachverständigen sehen können, was man gegessen hat. Es gibt auch harmlosere Unverträglichkeiten, aber wenn man den Verdacht hat, dass man sich vertan haben könnte, sollte man die Sache auf keinen Fall abtun.

Die tödlich giftigen Arten wie zum Beispiel die Knollenblätterpilze zeigen nämlich nach Erbrechen erst einmal Symptome einer leichten Besserung, bevor es dann richtig schlimm wird.

Von RND/ka/dpa