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Welt Die meisten Arbeitnehmer sehen ihre Arbeitsbedingungen kritisch
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15:08 22.11.2018
Frank Bsirske (l), Vorsitzender der Gewerkschaft verdi, und Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, stellen den DGB-Index "Gute Arbeit" vor. Quelle: Gregor Fischer/dpa
Berlin

Die meisten Beschäftigten in Deutschland finden ihre Arbeitsbedingungen nicht besonders gut – trotzdem identifizieren sie sich in hohem Maße mit dem, was sie tun. Das trifft laut dem diesjährigen "DGB-Index Gute Arbeit", der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde, ganz besonders auf interaktive Berufe zu, also dort, wo Menschen mit Kunden, Patienten, Schülern oder Klienten arbeiten. Das ist mit 63 Prozent die Mehrheit aller Arbeitnehmer.

Deren Arbeitszufriedenheit stand in diesem Jahr im Mittelpunkt der regelmäßigen repräsentativen Befragung für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und ver.di-Chef Frank Bsirske forderten, den besonderen Belastungen in sozialen und interaktiven Berufen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Nur wenn sich die Arbeitsbedingungen verbesserten, werde es gelingen, den Fachkräftemangel zu reduzieren, sagte Bsirske.

Dem DGB-Index zufolge sieht sich jeder Zweite in einem interaktiven Beruf nicht angemessen entlohnt. Als zentrale Stressfaktoren nannten die Befragten zu knappe Zeitvorgaben (47 Prozent), hohen Dokumentationsaufwand, zu wenig Personal und zu hohe Erwartungen der Kundschaft.

Jeder Fünfte erlebt regelmäßig psychisch belastende Situationen

Stärker als Beschäftigte in anderen Jobs müssen interaktiv arbeitende Menschen häufig ihre Gefühle verbergen (35 Prozent). Etwa jeder Fünfte erlebt regelmäßig psychisch belastende Situationen – in Sozialberufen sind es 40 Prozent. Je nach Branche fühlen sich 60 bis 80 Prozent der Beschäftigten gar nicht oder nur in geringem Maß von ihrem Arbeitgeber unterstützt, wenn sie mit Konflikten, Stress oder herablassender Behandlung konfrontiert werden.

Bei der Überzeugung, eine sinnvolle Arbeit zu verrichten, haben die Beschäftigten in interaktiven Berufen (82 Prozent) indes die Nase vorn. Insgesamt identifizieren sich mehr als drei Viertel aller Arbeitnehmer stark mit dem, was sie tun. Gleichwohl bewerten die meisten Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen kritisch – trotz der positiven Konjunktur und guter Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Fast 70 Prozent sehen ihre Arbeitsqualität im Mittelfeld, davon die Hälfte im unteren Mittelfeld. 19 Prozent bewerten sie als schlecht und 13 Prozent als gut.

Beunruhigende Daten für die Altersvorsorge

Für die Altersvorsorge liefert der Index beunruhigende Daten. 45 Prozent der Beschäftigten erwarten, dass ihre Rente nicht ausreichen wird. Dass sie nur knapp reichen wird, glaubt ein gutes Drittel. DGB-Chef Hoffmann sagte, das seien die bisher höchsten gemessenen Werte. Das Rentenpakt der Koalition sei ein erster Schritt zur Besserung, es müssten aber weitere folgen.

Der DGB lässt seit 2007 jedes Jahr einmal Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragen. In diesem Jahr wurden mehr als 8000 Arbeitnehmer angesprochen.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Susanne Ferschl, forderte, endlich eine Anti-Stress-Verordnung umzusetzen. Wenn die Arbeitgeber die Bedingungen nicht freiwillig verbesserten, müsse der Gesetzgeber aktiv werden. Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hatte sich als Arbeitsministerin in der vorigen Legislaturperiode gemeinsam mit den Gewerkschaften vergeblich für eine solche Verordnung eingesetzt. Die gegenwärtige Koalition lehnt sie ab.

Von RND/epd

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