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Welt Kunstgenie in Kinderschuhen
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06:00 25.09.2018
Action-Painting: Aelita mischt so kreativ Farben, dass die Kunstszene jubelt. Quelle: Foto:
Sydney

Ihre Bilder werden mit der Kunst Jackson Pollocks verglichen. Ärzte sagen, Aelita Andre sei außergewöhnlich intelligent. Ihre Mutter Nikka Kalashnikova hingegen möchte die heute Elfjährige nicht als Genie bezeichnen. Sie glaubt, dass jedes Kind ein spezielles Talent hat, man müsse es nur früh entdecken und fördern – in Aelitas Fall hat sich die Förderung gelohnt. Die Elfjährige ist das Wunderkind der Kunstszene.

Aelitas Talent entdeckten die Eltern, als sie gerade mal neun Monate alt war. Damals spielte die kleine Australierin mit Farbe und kroch schließlich auf eine Leinwand, die ihr Vater Michael Andre auf den Boden gelegt hatte. „Sie hat angefangen, alle Tuben zu quetschen und die Farben zu verteilen und sie zu mischen, und es war dieser erstaunliche spontane Moment“, beschrieb ihr Vater die Situation einst im australischen Fernsehen.

Mit zwei Jahren wurde Aelita zur jüngsten Künstlerin der Welt

Die Eltern ließen Aelita weitermalen, und schnell stellte sich heraus, dass dieses „außerordentlich schöne Gemälde“ kein Einzelfall blieb. Aelita schaffte es immer wieder, Farben zu einem faszinierenden Farbabstrakt zu kombinieren. Ihre Mutter, die in Melbourne lebende russische Fotografin Nikka Kalashnikova, entschied schließlich, die Bilder ihrer Tochter ihrem australischen Galeristen zu zeigen, der gerade eine Ausstellung mit Fotografien von Kalashnikova plante. Der Kunstexperte reagierte mit Begeisterung: Er wollte Aelitas Bilder ebenfalls ausstellen.

Bis dahin wusste der Galerist nicht, wie alt Aelita war. Ihr Geburtsdatum entdeckte er erst, als er die Pressematerialien zusammenstellte. Der Galerist stand zu seinem Wort und stellte Aelita – zu diesem Zeitpunkt war das Wunderkind noch nicht einmal zwei Jahre alt – als die jüngste Künstlerin der Welt aus.

Mit vier Jahren hatte die Australierin dann eine Einzelausstellung in New York. Mit neun Jahren wurde sie die jüngste Künstlerin, die ihre Arbeit in einer Einzelausstellung in der russischen Akademie der Künste zeigen durfte. Mittlerweile bringt es die junge Malerin auf 25 internationale Ausstellungen. Ihre abstrakten, farbenfrohen Bilder werden für Preise bis zu 50.000 US-Dollar verkauft.

Auf eine normale Schule geht Aelita nicht mehr

Selbst eine eigene Kunstform hat die Elfjährige entwickelt. Frustriert davon, dass Gemälde stumm sind, arbeitete sie gemeinsam mit ihren Eltern daran, den Farben Klänge zu geben. Streicht man über ihre Bilder, so hört man an der einen Stelle Vögel zwitschern, an der nächsten Flötenklänge.

In eine normale Schule passt die junge Australierin nicht, das muss auch ihre Mutter zugeben. Kurzzeitig habe sie zwar in Melbourne eine öffentliche Schule besucht, doch dort sei sie ständig ermahnt worden, weil sie ununterbrochen gemalt habe. „Sie bat mich schließlich, sie aus der Schule zu nehmen“, sagt Nikka Kalashnikova, die ihre Tochter seitdem selbst zu Hause unterrichtet.

Trotzdem sei Aelita in vielem ein ganz normales Kind: „Sie hat Freunde, spielt Tennis, reitet, macht Gymnastik und ist bei den Pfadfindern.“ Außerdem liebt die mittlerweile Elfjährige Tiere und ist überzeugte Vegetarierin. Der britische Tierfilmer David Attenborough und der britische Physiker Brian Cox sind ihre Idole. Aelita singe zudem gern und interessiere sich für Wissenschaft, vor allem für Stringtheorie und Quantenmechanik, sagt ihre Mutter.

Trotz der vielen Erfolge gibt es auch Kritiker ihrer Arbeiten. Googelt man ihren Namen im Internet, so werfen manche ihren Eltern – der Vater Filmemacher und Hobbymaler, die Mutter Fotografin – Betrug und geschickte Vermarktung vor.

Immerhin ist die nächste Ausstellung schon in Planung: Ende 2018, so kündigt es die Website aelitaandre.com an, sollen ihre Arbeiten erneut öffentlich zu sehen sein.

Von Barbara Barkhausen/RND

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