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Wähler strafen Koalition deutlich ab

CDU-Verluste im Ostkreis Wähler strafen Koalition deutlich ab

Vor vier Jahren holte die CDU in den drei großen Ostkreis-Städten noch jeweils mehr als 40 Prozent - nun straften die Wähler die Politik der großen ­Koalition ab, die Union verlor deutlich teils im zweistelligen Bereich.

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Edmund Exner gab seine Stimme gestern im Wahllokal Kirchhain-Kindergarten Alsfelder Straße ab. Wahlvorstand Uwe Pöppler gab dafür die Urne frei.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es ist schon verwunderlich: Da tritt der SPD-Bürgermeisterkandidat Christian Somogyi in Stadtallendorf zur Wiederwahl an und setzt sich gegen vier Kandidaten durch, erreicht 68,0 Prozent und vermeidet so die Stichwahl. Doch die Wähler, die für Somogyi stimmten, straften die SPD gleichzeitig ab: Hatten die Sozialdemokraten in der zweitgrößten Stadt des Landkreises vor vier Jahren noch 29,6 Prozent der Stimmen geholt, waren es am Sonntag nur noch 26,31 Prozent.

Profitiert hat davon jedoch nicht die CDU, die von 47,1 krachend um 11,6 Zähler auf 35,46 Prozent fiel - sondern, wie bundesweit, die AfD. 15,75 Prozent der Wähler sprachen sich für die Partei aus - ein Plus von 11,5 Prozent. Und auch die FDP, die vor vier Jahren mit 4,4 Prozent noch an der 5-Prozent-Hürde gescheitert war, kam nun auf 8,13 Prozent. Diese Hürde rissen indes die Grünen in Stadtallendorf, verloren einen ­guten Punkt und landeten bei 4,25 Prozent. Leichte Zugewinne um 0,8 Punkte verbuchte die Linke mit 6,24 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch in Neustadt ab. Dort verlor die CDU als stärkste Kraft sogar 13 Prozent: 35,55 Prozent der Wähler gaben ihr ihre Stimme.

Der Verlust bei der SPD fiel mit 3 Prozentpunkten zwar moderater aus, dennoch konnten die Sozialdemokraten nur 23,11 Prozent der Wähler für sich gewinnen.

Neustadt ist eine der AfD-Hochburgen im Kreis

Drittstärkste Kraft wurde auch in Neustadt die AfD: Mit 18,45 Prozent erreichte sie ihr zweitbestes Ergebnis im Kreis, gewann knapp 9,8 Prozent hinzu. Nur in Steffenberg war der Zuspruch zur AfD im Landkreis noch größer. Offenbar verfing die Stimmungsmache gegen Flüchtlinge bei den Neustädtern, denn dort befindet sich ja eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. So sprachen sich etwa im Wahllokal Kindergarten Eichsfelder Straße 24,25 Prozent der Wähler für die AfD aus.

Ebenso wie in Stadtallendorf, scheiterten die Grünen auch in Neustadt mit 4,41 Prozent (-0,1) erneut an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke schaffte den Sprung mit 5,79 Prozent (+2,2) indes. Und die FDP kam mit einem Plus von knapp 4,8 Punkten auf 8,69 Prozent.

Auch in Kirchhain mussten die großen Parteien deutliche Verluste verbuchen: Die CDU fiel in der Ohmstadt um 6,8 Zähler auf 33,39 Prozent, die SPD büßte 5 Punkte ein und kam auf 29,46 Prozent. Damit sank sie ­unter ihr historisch schlechtes Ergebnis von 2009, als die Sozial­demokraten in Kirchhain 30,0 Prozent holten.

Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 12,24 Prozent, sie verbesserte ihr Ergebnis somit um 7,2 Prozent. Die FDP meldete sich mit 7,91 Prozent zurück, nachdem sie zuvor auch in Kirchhain nicht die notwendigen fünf Prozent erreicht hatte. Die Verluste der Grünen hielten sich mit 0,6 Prozent in Grenzen, sie kamen auf 7,16 Prozent. Und die Linke legte in Kirchhain um knapp 1,9 Prozent zu, kam auf 7,07 Prozent.

von Andreas Schmidt

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