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Welt „Die Größe, mit der Menschen in Flüchtlingslagern ums Überleben kämpfen, vergisst man nie“
Mehr Welt „Die Größe, mit der Menschen in Flüchtlingslagern ums Überleben kämpfen, vergisst man nie“
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08:07 12.10.2018
Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, stellt den Welthunger-Index 2018 zum Thema «Flucht, Vertreibung, Hunger» vor. Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Frau Dieckmann, der aktuelle Welthungerhilfe-Index nennt unter anderem bewaffnete Konflikte und den Klimawandel als Ursachen des Hunger-Problems. Empfinden Sie angesichts solcher globalen Probleme manchmal Ohnmacht?

Ich lerne unsere Grenzen kennen. Was ich manchmal sehe, wenn ich in Ländern unterwegs bin, in denen Menschen hungern, kann ich oft selbst kaum glauben. Der Krieg im Südsudan zum Beispiel, was der an Leid und Zerstörung anrichtet. Solche Zerstörungen können wir niemals allein bewältigen. Aber aufgeben werden wir natürlich nicht. Es heißt ja nicht umsonst „humanitäre Hilfe“. Wir helfen Menschen. Und wir haben auch dann etwas erreicht, wenn wir nicht allen, aber immerhin einigen helfen konnten.

Sie sind seit zehn Jahren Präsidentin der Welthungerhilfe. War dieses Amt damals bereits die Fortsetzung eines Engagements im humanitären Bereich?

Es war vor allem die Fortsetzung meiner politischen Arbeit. Das Thema Gerechtigkeit war mir auch als Bonner Oberbürgermeisterin schon sehr wichtig, und das führe ich hier in anderer Form weiter. Ich habe Erfahrungen gemacht, die ich vor zehn Jahren nie für möglich gehalten hätte: Vor allem auf meinen Reisen durch Afrika, durch Asien.

Nehmen Sie konkret in Ihre Arbeit mit, was Sie dort erleben?

Ja. Denn ich lerne die Menschen dort ja wirklich kennen, jenseits irgendeiner Statistik. Es ist etwas ganz anderes, ob ich über die Zustände in einem Flüchtlingslager lese oder ob ich dort bin. Die Stärke und die Größe und den Stolz zu erleben, mit denen Menschen dort ums Überleben kämpfen – so etwas vergisst man nie. Und zudem sind die Reisen auch eine Anerkennung der Arbeit von mehr als 2000 Kollegen, die ständig vor Ort sind.

Haben Sie Ihr eigenes Konsumverhalten aufgrund dieser Erfahrungen in den letzten zehn Jahren geändert?

Ich denke, ich habe für viele Aspekte ein neues Bewusstsein entwickelt. Auch dafür, klar zu sagen: Der Klimawandel kommt aus den Industrienationen, er ist die Folge unseres Lebenswandels. Da gibt es nichts zu beschönigen. Ob es um die Verschwendung von Lebensmitteln geht oder um den CO2-Ausstoß - so wie jetzt können wir nicht weitermachen.

Und in die Zukunft gedacht: Was wäre das Beste, was der Welthungerhilfe in den nächsten fünf Jahren passieren könnte?

Oh, bei solchen Wünschen bin ich ganz vorsichtig geworden. Als die Welthungerhilfe im Jahr 2012 ihren 50. Geburtstag feierte, habe ich mir gewünscht, dass unsere Arbeit nicht mehr gebraucht wird, bevor wir 100 werden. Aber ob wir das schaffen können, weiß ich nicht. Es ist ein langer Weg mit vielen kleinen Schritten, und wir gehen den auf jeden Fall weiter, egal, wie die Welt sich entwickelt.

Von Kathi Flau/RND

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