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07:00 06.11.2018
Bergbauer Capaul hält fest am Horn seiner Kuh Nena. Quelle: Jan Dirk Herbermann
Bern

Armin Capaul hat eine Mission: Der Schweizer Bergbauer will die Hörner der Kühe retten.In der ganzen Schweiz hat nur noch eine von zehn Kühen ihre Hörner. Die Werbebilder von stolz behörntem Vieh auf grüner Alm – alles Gaukelei. In Wahrheit verlieren jedes Jahr rund 200 000 Kälber in der Eidgenossenschaft ihre zarten Hörner. Sie werden weggebrannt. Mit einem Stab, mehrere Hundert Grad heiß. Der Mensch habe kein Recht, sagt Capaul, Tieren Körperteile abzuschneiden.

Menschen, die das übertrieben finden, bittet der knorrige 67-Jährige zum Gefühlstest. Nena steht auf der Weide im Berner Land, beide Hörner ragen spitz in die Höhe. Dann die Berührung: Nenas Horn ist schön warm. Das Blut pulsiert darin. Das Leben. Die Hörner, weiß der alte Bauer, sind die Antennen des Viehs.

Am 25. November nun stimmen die Eidgenossen in einer Volksbefragung über diese Antennen und die Hornkuh-Initiative des Bergrebellen ab. Geld für Horn lautet die Kurzfassung des Antrags. Vater Staat soll die Bauern, die erwachsene Kühe oder Ziegen mit Hörnern halten, für ihren Mehraufwand entschädigen. Die scharfen Hörner können gefährlich werden für Artgenossen und Menschen. Deshalb brauchen Tiere mit Horn größere, speziell ausgerüstete Stallungen. Die kosten mehr Geld als Ställe für Tiere ohne Hörner. Letztlich käme also der Steuerzahler für die Rettung der Hörner auf. Von bis zu 30 Millionen Franken pro Jahr ist die Rede.

Und doch beschert der Kampf für das Symboltier der Schweiz Armin Capaul enorme Popularität. Ein Buch über den Bergrebellen erscheint demnächst auch in Japan.

Jan Dirk Herbermann ist Korrespondent in Genf.

Von Jan Dirk Herbermann

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