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Welt “Black Panther“ und mehr DVD-Tipps
Mehr Welt “Black Panther“ und mehr DVD-Tipps
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14:34 23.07.2018
Quelle: iStockphoto
Hannover


Black Panther: Generell mag man ja schon seit man lesen kann diese Leute, die in seltsamer Garderobe stecken und denen besondere Kräfte innewohnen. Und seit Tim Burtons “Batman“ hat das Kino Tricks gefunden, sie auf der Leinwand so cool aussehen zu lassen wie im Comic statt bekloppt. Dass nun eine gewisse Sichtungsmüdigkeit aufgetreten ist, liegt an der Flut von Comic-Verfilmungen in Kino und Fernsehen, deren gute bis überwältigende technische Umsetzung nicht immer auf gute bis überwältigende Geschichten stößt.

Und dann kommen Filme wie “Black Panther“ raus, dessen Afrika-Fantasy einfach Spaß macht. Der charismatische Chadwick Boseman spielt T’Challa (alias Black Panther), den Prinzen von Wakanda, dessen Vater bei einem Attentat in “Captain America: Civil War“ (2016) ums Leben kam. Das fiktive Wakanda, das westlich des Viktoriasees liegt, ist nicht wirklich eins der bettelarmen Länder mit toller Landschaft, die im Westen die ganze Schuldpalette des Gefühlsspektrums – von Mitleid bis Hass – auslösen.

Unter der Klischee-Oberfläche ist es vielmehr ein hochtechnisierter Stadtstaat, in dem – deutsche Minister träumen davon –die Autos fliegen. Möglich gemacht wird dieser Sci-Fi-Zauber durch eins der besonderen afrikanischen Elemente, die gemeinhin nur den außerafrikanischen Wohlstand befeuern, das diesmal aber in Afrika verblieben ist: das (ebenfalls fiktive) Vibranium. Dieses rare Superelement ist Gegenstand weißer Gier (Andy Serkis). Zeitgleich begehrt der afroamerikanische Wakanda-Exilant Erik (Michael B. Jordan) T’Challas Thron, um – angetrieben von der Wut auf die Unterdrückung der Schwarzen in den USA – ein ambitionierteres Imperium für alle Schwarzen der Erde zu errichten.

Also: Viel abzuwehren für den Helden. Umgeben von einer Tafelrunde aus überwiegend loyalen Gefährten (gespielt von Daniel Kaluuya, Lupita N’yongo, Letitia Wright, Forest Whitaker, Angela Bassett, et cetera) muss der afrikanische Artus seine friedlichere Weltvision verteidigen. Mit “Black Panther“ wird der erste schwarze Superheld nicht nur ins Film-Rennen geschickt, weil es höchste Zeit war. Er wird hinreichend politisiert und mit einer richtig guten Story bedacht. Wird man der unübersichtlichen Superheldenkohorten der “Avengers“-Streifen auch mählich überdrüssig, dieser Black Panther springt einen richtig an.

Black Panther Quelle: Marvel/Disney

Brimstone: 1824 im amerikanischen Westen. Der neue Reverend (Guy Pearce) ist ein extrem düsterer Mann. Seine Predigt ist voller Feuer und Verdammnis. Er berührt am Ende des Gottesdienstes den Bauch einer Schwangeren, die daraufhin noch in der Kirche niederkommt – mit einem Kind, dessen Kopf zu groß ist für den Geburtskanal. Die Hebamme Liz (Dakota Fanning) flüstert ihrem Mann zu: “Das war der Reverend.“ Sie kennt den Priester mit der kreuzförmigen Augennarbe von früher, sie weiß, dass nur Flucht ihre Familie noch retten kann, aber es ist schon zu spät. Der unaufhaltsame Gottesmann setzt seine wahnsinnige Vorstellung von Liebe in die Tat um.

Der großenteils in Deutschland gedrehte “Brimstone“ ist eine rückwärts erzählte Tragödie, die zugleich eine Hommage an das Subgenre Spaghettiwestern darstellt und an Charles Laughtons einzige Regiearbeit, den märchenhaft-gruseligen “Die Nacht des Jägers“ (1955) erinnert, in dem Robert Mitchum als falscher, teuflischer Gottesmann seine beiden Adoptivkinder unerbittlich verfolgte. Der niederländische Regisseur Martin Koolhoven schickt seine Heldin auf eine gewaltstarrende Odyssee mit sadistischen, zutiefst verstörenden Bildern. Zwar kreuzt ein Retter ihren Weg, doch am Ende muss sie allein zum Showdown antreten.

“Brimstone“ ist dabei nicht etwa der Name eines Wildweststädtchens, es ist das Wort für Schwefel und nach Schwefel riecht der Gottseibeiuns. Der Showdown ist dann viel zu banal, der Epilog zynisch, dass die DVD mit Kit Harington als einem der Hauptcharaktere wirbt, ist glattweg Betrug am Kunden und dürfte den Fans des sanften Jon Snow aus der Serie “Game of Thrones“ sauer aufstoßen: Denn ihrem Liebling bleiben nur ein paar Minuten in dem Zweieinhalbstünder. Kein Meisterwerk, aber dennoch das markante Debüt eines Regisseurs, der zweifelsohne das Zeug dazu in sich hat.

Brimstone Quelle: Koch Media

Animal Kingdom, Staffel 1: Alles beginnt mit dem Bild eines hilflosen jungen Mannes und seiner toten Mutter auf dem Sofa. Die Sanitäter treffen ein, aber Julia ist schon an einer Überdosis gestorben. Der 17-jährige Joshua zieht zu seiner Großmutter Janine, genannt “Smurf“, zu der er bislang keinen Kontakt hatte. Anfangs sieht alles nach besserer Zukunft aus: Das Haus ist groß, hat einen Pool, die vier Onkel – drei leibliche Söhne, ein adoptierter – sehen cool aus wie die Beach Boys in den Siebzigerhahren.

Joshua hat plötzlich eine richtige Familie und die kalifornische Sonne macht dazu gute Miene. Doch es gibt einen guten Grund, weshalb Joshuas Mutter den Kontakt einst abbrach - die Codys sind Menschen im Zwielicht, brauchen sie Geld, holen sie es sich durch Raubzüge – die lässigen Tagediebe und Surfbrüder sind eine kriminelle Familienbande, die auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschreckt. Bald steht Joshua vor der Entscheidung, sich einzubringen und erweist sich als Blut von “Smurfs“ Stamm – bis ihn die Polizei von Los Angeles an den Haken nimmt.

Das amerikanische Serienremake des australischen Thrillers “Königreich des Verbrechens“ (2010) trägt zuweilen dick auf, ist aber weitgehend gelungen, auch wenn die Figur des Joshua (Luke Finn) nicht genug Nachtschatten im Blick hat hat für den Sohn eines Junkies und über die volle Distanz der zehn Episoden braucht, um sich vom Bubiverdacht zu befreien. Ellen Barkin dagegen ist das Pfund dieser Serie, verfügt über eine gefährliche Sexiness - Janines nicht ganz libido-befreite Verhältnis zu Söhnen und Enkel lässt den Bildschirm knistern. Und ihr Guillotineblick lässt einem die Augen gefrieren. Bei TNT ist bereits die dritte Staffel gestartet.

Animal Kingdom, Staffel 1 Quelle: Warner

Wunder: Die Leute wundern sich. Der Junge trägt einen Astronautenhelm, weshalb bloß? Weil er nach 27 Operationen immer noch so aussieht, dass seine Mitmenschen ihren Blick auf ihm verweilen lassen müssen und weil sie ihn dabei ansehen, als käme er direkt aus den Tiefen des Alls. Auggie (Jacob Tremblay) leidet an einer Gesichtsdeformation, dem Treacher-Collins-Syndrom. Seine Mutter (Julia Roberts) hat ihn bislang zuhause unterrichtet, jetzt aber soll er zur Schule gehen, sich dem Leben stellen.

Natürlich ist die von den Eltern (Owen Wilson spielt Auggies Vater) erhoffte Inklusion zunächst ein frommer Wunsch, die Mitschüler ignorieren oder mobben Auggie. Dessen unbedingte Gutmütigkeit begründet dann aber doch Freundschaften, von denen die anfangs harmonischste allerdings auf den härtesten Prüfstein muss.

Regisseur Steven Chbosky schafft klassisches Hollywoodkino fürs Herz, ohne sich dabei dem üblichen Verdacht aussetzen zu müssen, er liefere seine Figur an falsche Rührsal aus. Tremblay ist beeindruckender Star eines Ensembles, in dem noch weitere talentierte jugendliche Darstelller zu sehen sind – so etwa Noah Jupe, Millie Davis und – insbesondere - Izabela Vudovic, die Auggies vernachlässigte Schwester Olivia spielt.

Die verschiedenen Perspektiven ergeben eine differenzierte Sicht von Kindheit und Jugend. Mobbing erscheint nicht als Ausdruck grundsätzlicher Boshaftigkeit sondern als Selbstschutz in Zeiten, in denen Leistung und Coolness höhere Werte niedergerungen haben.

Wunder Quelle: Studiocanal

Shape of Water: Das Wesen, das den Militärs im Oscar-gekürten jüngsten Film des Mexikaners Guillermo del Toro hilflos ausgeliefert ist, erinnert an Jack Arnolds “Schrecken vom Amazonas“ alias “Creature From the Black Lagoon“, ein Geschöpf, das 1954 spät die von Frankenstein und Dracula in den frühen Dreißigerjahren begründete Galerie mit Universals klassischen Filmmonstern abschloss. Gefühle bleiben in dem amphibisch-humanoiden Geschöpf mit seinem befremdlichen Blinzeln verborgen.

An Gefühlen sind die Wissenschaftler, deren Untersuchungen schon mal der Folter ähneln, aber auch gar nicht interessiert. Gefangen in einem riesigen Tank in einem geheimen Labor, ausgeliefert den Kräften, die den Kalten Krieg für sich entscheiden wollen, soll der Amphibienmann, der am Amazonas angeblich wie ein Gott verehrt wurde, den Amerikanern seine Geheimnisse preisgeben oder sterben – damit die Sowjets keinen Vorteil aus ihm ziehen können.

Man schreibt das Jahr 1962, das Jahr der Kubakrise, als die von Sowjetführer Chruschtschow geplante Stationierung von Atomraketen auf Kuba die Welt an den Rand des Dritten Weltkriegs brachte. Und während der hartgesottene Regierungslakai Strickland (eine Paraderolle für Michael Shannon) den Wassermann quält, gewinnt die Putzfrau (Sally Hawkins) erst seine Aufmerksamkeit, dann sein Vertrauen und seine Hingabe.

Die unwahrscheinlichste Liebesgeschichte entwickelt del Toro, als wäre sie das Natürlichste der Welt. Entdeckt Anmut hinter der fischigen Anmutung des Fremden, lässt die Seelen seiner Helden einander berühren und zeigt in der Annäherung des stummen Dings und der stummen Frau, dass wir Menschen uns wieder und wieder viel zu sehr vor dem Fremden verschränken. Dass der mit fünf Oscars und dem Goldenen Löwen von Venedig gekrönte Film außer moralisch und romantisch auch noch spannend ist, hat seinem Erfolg nicht geschadet.

Shape of Water Quelle: Fox

Orange Is The New Black, Staffel 5: Die letzte Saison endete mit dem Tod von Poussey alias P., der Bibliothekarin, mit einem Aufstand und einem Schuss, nach dem dann sofort der Vorhang zugezogen wurde. Ein Cliffhanger, wie er im Buche stand. Jetzt geht es weiter, aber irgendwie ernstgebremst.

Die fünfte Staffel der Frauenknastoperette “Orange Is The New Black“, beginnt mit dem Versuch Pipers (Taylor Schilling) und Alex‘ (Laura Prepon), sich aus den zunächst gar nicht so brutalen Vorgängen in Litchfield fernzuhalten: “Ich halte den Ball flach“, sagt Piper, “aber ich möchte auch meine Menschlichkeit bewahren“. Was auf Dauer nicht ganz einfach ist: 13 Folgen lang steht alles hinter Gittern Kopf. Wärter und Direktor sind Geiseln, eine Pistole wandert von Hand zu Hand, geht zuweilen auch mal los. Über allem herrscht das mulmige Gefühl, dass alle Aufstände der Zuchthaushistorie damit endeten, niedergeschlagen zu werden – und das meist blutig.

Problem der fünften Staffel ist der Zorn der Häftlinge. Er wäre mehr als angebracht, wird aber weitgehend vermisst. Spätestens, als das bitterenst gemeinte Video der Rädelsführer im Internet mit Parodien lächerlich gemacht wird, hat sich “Oitnb 5“ von Dramedy in Comedy verwandelt. Schwarze Comedy, großenteils gute Comedy, ungemein unterhaltsam - aber immer wieder ist der Zuschauer irritiert, weshalb hier bloß das doofe Publikumsgelächter der Sitcoms ausbleibt.

Die Handlungszeit erstreckt sich über drei Tage, was seltsamerweise für einige Längen sorgt. Das Ende reißt’s dann wieder raus, der nächste Cliffhanger lässt uns um so einige Lieblinge bangen. Jetzt hoffen wir wieder auf die Rückkehr richtig harter schwedischer Gardinen. Keine Stäbe aus Gummi mehr!

Orange Is The New Black, Staffel 5 Quelle: Studiocanal

Jordskott – Die Rache des Waldes, Staffel 2: Der Besuch macht die Kommissarin Eva Thörnblad (Moa Gammel) verlegen, sie hat die üblichen Ausflüchte lange den Eltern ferngebliebener Kinder. Zu viel Job in der neuen Abteilung, um die Mutter in der Anstalt zu besuchen. In Wahrheit kam sie nie, weil die alte Agnetha eine albtraumhafte Vettel ist, die sie als Kind quälte und die ihr nun die Schuld am Tod der einst verschwundenen Enkelin Josephine (Thema der ersten Staffel) gibt.

Erneut verschwindet ein Mädchen, der Entführungsfall bleibt nicht der einzige und scheint in Zusammenhang mit einem Mann zu stehen, der eines Abends grau und ausgemergelt wie eine Mumie in Evas Hausflur auftaucht, und der schließlich auf dem Krankenhausflur zerbirst wie eine Terracottastatue.

“Jordskott – Die Rache des Waldes“ ist kein herkömmlicher Skandinavien-Thriller um Kidnapper und Serienmörder. Hier greift das Übernatürliche mit mordbereiten Klauen in die Wirklichkeit, hier gibt es Untote, Phantome, Hexen (gute wie böse), die titelgebenden Jordskott-Parasiten, die ihren Trägern (darunter der Heldin) außergewöhnliche Kräfte verleihen und die “Anderen“, eine zwielichtige, im Geheimen wirkende Organisation, deren Mitglieder aus Holz zu sein scheinen wie Pinocchio und die es nach besonderem Blut verlangt. Befeuert von den Tragödien, die im Kopf ihrer Wirtin wühlen, schlägt die Kraft in Eva zunehmend die dunkle Richtung ein.

Verschwörungsthriller, Öko-Okkultismus, Fantasy, – der Freund des Fantastischen bekommt einen besonderen Mix gereicht, der allerdings nicht mehr ganz so straff und zielführend abgespult wird wie noch in der ersten Staffel. Das Ende lässt auf eine dritte Staffel schließen.

Jordskott – Die Rache des Waldes, Staffel 2 Quelle: Polyband

Die Grundschullehrerin: Florence (Sara Forestier) ist Lehrerin. In einer französischen Kleinstadtschule unterrichtet sie die fünfte Klasse, bereitet sie auf die weiterführenden Lehranstalten vor, nimmt sich ihrer Schutzbefohlenen an und baut sie auf - von der scheinbar unverbesserlichen Leseschwachen bis zur Inklusionsschülerin.

Sie führt ein selbstloses Leben: Ihr Sohn Denis, den die alleinerziehende Mutter in den Unterrichtsstunden nie drannnimmt, egal wie oft er sich auch meldet (“Ich weiß, dass du alles weißt“) träumt derweil davon, mit dem Vater um die Welt zu reisen und fühlt sich zu Hause zunehmend wie in einem Gefängnis. Eines Tages kommt Sacha in die Klasse, ein herumgeschubstes Kind, aggressiv, ohne Halt, der bei Florence Hilfe sucht, weil ihm die Verbringung in ein Heim bevorsteht.

Wieder engagiert sie sich über alle Maßen, was sie an ihre Grenzen und zu der Erkenntnis bringt, dass sie, um anderen helfen zu können, zunächst sich selbst helfen muss. Den Moment, in dem sie die Enge des Schulhauses verlässt, in dem sie von den Geräuschen der Straße umarmt wird, inszeniert Regisseurin Hélène Angel wie eine Befreiung. Alles endet wie solche Filme meist enden - mit der zunächst chaotischen, dann aber erfolgreichen Theateraufführung.

Die Grundschullehrerin Quelle: Alamode

Tu nichts Böses: Italien in den Neunzigerjahren. Cesare (das heißt Kaiser) und Vittorio (Sieger) - zwei Freunde wie Brüder. Sie dealen und werfen Ecstasy ein. Ihre Augen werden dann stier, sie suchen Streit und Prügelei, was in dem römischen Stadtteil Ostia (dem klassischen Schauplatz von Pasolinis Filmen) nicht schwer zu finden ist.

Als Vittorio (Alessandro Borghi) eines Tages im Auto von spukhaften Halluzinationen befallen wird, spuckt er angewidert sein Spiegelbild an und steigt aus dem Tagediebetum aus, um ein normales Leben zu führen. Doch das schlechte Gewissen nagt an ihm, und so beschließt er, auch Cesare (Luca Marinelli) zu “retten“, der vergeblich versucht, seiner Mutter und seiner schwerkranken Nichte Deborah eine Stütze zu sein.

Der 2015 verstorbene Regisseur Claudio Caligari, der zeitlebens nur sieben Filme drehte, erzählt in seinem postum uraufgeführten letzten Werk aus dem Leben zweier Taugenichtse. Für den einen gibt es Hoffnung, der andere schafft es keinen Schritt weg vom Abgrund. Das Italien dieser am Neorealismus angelehnten Tragödie (mit einem Funken Hoffnung) erscheint dabei als korruptes Land, geprägt von Arbeitslosigkeit, Katholizismus und Aberglaube.

Eine deutsche Synchronisation fehlt. Die Untertitel sind von begrenzter Güte, ein “ausgebildeter Maurer“ wird da zum „fertigen Maurer“. Dennoch ergibt sich – wie oft – eine kräftigere Atmosphäre durch den (unverstandenen) Originalton.

Tu nichts Böses Quelle: Indigo

Der große Eisenbahnraub: Der 2008 verstorbene Michael Crichton ist Schriftsteller gewesen, ein Mann, der Bestseller in Serie schrieb. Er hat die Romanvorlagen für viele erfolgreiche Filme verfasst – von Robert Wise‘ “Andromeda“ bis Steven Spielbergs “Jurassic Park“. Definitiv war er kein Regisseur, wollte sich 1978 bei der Verfilmung seines Romans “Der große Eisenbahnraub“ aber doch einmal an einer Geschichte in bewegten Bildern erproben.

Was er im ungewohnten Fach gut vermochte, ist Ausstattung bis hin zu Aufhängungen – für schlafende Obdachlose in den Nachtasylen oder für Zylinder in den Eisenbahnwaggons. Dass er seinen von Sean Connery gespielten viktorianischen Helden Pierce (Sean Connery) beim Tete a Tete mit der Geliebten ungelenk mit einer Porzellanschalle voller Weintrauben hantieren lässt, bezeugt nicht zum einzigen Mal die Unsicherheit Crichtons im fremden Metier.

Trotz mancher Klischees und (in der deutschen Synchronisation) dümmlicher Dialoge ist die Geschichte einer von Connery und Donald Sutherland geführten Räubertruppe, die im 19.Jahrhundert das Undenkbare wagt – gut gesichertes Gold unbemerkt aus einem fahrenden Zug zu rauben – ein charmantes, durchaus unterhaltsames Schurkenstück. Das Ende ist märchenhaft unglaubwürdig, so endeten schon diverse Filme – von “Robin Hood“ bis “Cat Ballou“.

Der große Eisenbahnraub Quelle: Koch Media

Das Leben ist ein Fest: Emojis sind Arschlöcher, sagt Max, und die Korrekturfunktion des Handys ändert den Sinn der Nachrichten auch auf hintertriebene Weise. Dabei ist das elektronische Gerät nur das geringste Problem des entnervten Festorganisators Max (Jean-Pierre Bacri), der mit seiner Veranstaltungsbrigade luxuriöse Hochzeiten in noblem Ambiente veranstaltet.

Tausend Tücken warten in Eric Toledanos und Olivier Nakaches “Das Leben ist ein Fest“ auf den Macher des schönsten Tags im Leben und seine Mitmacher. Der neue Kellner hat zu lange Koteletten und ein zerknittertes Hemd (“Hemden nicht auch noch als Nachthemd tragen!“), der Bandleader James, der eigentlich Etienne heißt (Gilles Lelouche) trägt beim Gesang auf wie ein Stadien füllender Rockstar der Bräutigam ist kapriziöser als die kapriziöseste Braut, die unbedarfte Angetraute findet unter den Angestellten ihre Jugendliebe wieder und der Fotograf bemächtigt sich der länger schon unbefriedigten Bräutigamsmutter.

Dinge gehen schief, werden aufgerichtet, bis das nächste Ding schiefgeht. Der Film ist ein buchstäblich knallkomischer Countdown in die unvermeidliche Katastrophe, das zu früh gestartete Feuerwerk ist wie der Erste Weltkrieg und der Bräutigam driftet durch ein Versehen aus Liebe Richtung Nachthimmel davon. Die Macher von “Ziemlich beste Freunde“ haben zudem ein gerüttelt Maß an Wehmut und Märchen eingestreut. Die Wirkung ist magisch, man kann nicht anders als sich wohlfühlen. Anders gesagt: Der Film ist ein Fest.

Das Leben ist ein Fest Quelle: Universum

Von Matthias Halbig

In Berlin sind zwei Gruppen heftig aneinander geraten: Die Männer griffen sich im Stadtteil Neukölln vor einem Wohnhaus an. Erst die Polizei konnte den blutigen Streit stoppen – und fand dabei sogar eine Machete.

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