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Welt China zensiert Winnie Pu
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18:29 24.09.2018
Der Bär Winnie Pu ist ein liebenswerter­ Tollpatsch, doch dem chinesischen Machthaber Xi Jinping flößt er Angst ein. Quelle: dpa
Hannover

Der liebenswerte Tollpatsch Winnie Pu bringt seit Jahrzehnten Millionen Kinder weltweit zum Lachen. Chinas Machthaber Xi Jinping indes flößt der pumme­lige Bär Angst ein: Da er eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Staatspräsidenten hat, gilt Winnie Puuh als staatszersetzendes Element.

Chinas Traum von einem „sauberen Internet“

Und weil Xi von einem „sauberen Internet“ träumt, wird jetzt Piyao aktiv – eine Krake, die die bereits existierenden 40 Zensurprogramme im Riesenreich steuert und optimiert­. Rund 30 000 Begriffe wurden bereits auf den Index­ gesetzt und aus dem Internet verbannt.

Gesteuert wird all das von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die die offizielle Sicht der kommunistischen Machthaber in Wort und Bild verbreitet. Damit auch im Internet Meinungseinfalt herrscht, hat Xinhua die Central Cyberspace­ Affairs Commission gegründet­. Diese wiederum hat Piyao freigeschaltet, was so viel wie „ein Gerücht abstreiten“ bedeutet.

Piyao ist aktiv – und 30 000 Begriffe stehen auf dem Index

Im ewigen Ringen um Wahrheit und Lüge handeln die Pekinger Machthaber so, wie es Diktaturen seit jeher tun: Wahr ist, was zur Wahrheit erklärt wird. Nur Mitteilungen, die von der Regierung bestätigt wurden, dürfen im Internet veröffentlicht werden – selbst, wenn sie eine Lüge sind. Für alles, was Peking nicht passt, drohen dem Internetnutzer jetzt bis zu sieben Jahre Haft.

Die Hybris der roten Autokraten nimmt dabei groteske Züge an. Klar, westliche Nachrichtenseiten und Mitteilungen über Dissidenten werden gesperrt. Aber auch der Buchklassiker „Farm der Tiere“ von George Orwell, in dem die Schweine eine Gewaltherrschaft errichten, ist in Chinas­ Netz unauffindbar. Und wer nach „kaiserliche Krönung“ sucht, erhält online eine Haftandrohung, schließlich hatte sich Xi Jinping unlängst­ zum Herrscher auf Lebenszeit­ ernennen lassen.

Von Alexander Dahl/RND

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