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Welt Beschützerinnen-Instinkt: Frauen als Bodyguards der Stars
Mehr Welt Beschützerinnen-Instinkt: Frauen als Bodyguards der Stars
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10:16 03.11.2018
Prinzessin Meghan und ihr weiblicher Bodyguard. Quelle: Ian Vogler/Pool Photo via AP
Hannover

Sie strahlen, schütteln Hände, verteilen auch mal Umarmungen – und alle wollen immer möglichst nah dran sein. Was für die Fans schöne Momente verspricht, beschert den Männern und Frauen im Hintergrund oft Sorgen: den Bodyguards der Prominenten, die in jeder Situation für die Sicherheit ihrer Schützlinge zuständig sind.

Es sind längst nicht mehr nur große, muskulöse Männer, die den Job ausüben: Zuletzt wurde bekannt, dass sich Herzogin Meghan und Prinz Harry von einer Frau beschützen lassen. Auf der Pazifikreise des royalen Paares trat die Polizeikommissarin, deren Name vom britischen Kensington-Palast verdeckt gehalten wird, in den Vordergrund, als es Meghan auf einem Markt in Fidschi zu viel wurde und sie eine Veranstaltung vorzeitig abbrach. Auch sonst ist sie immer wieder auf Bildern im Hintergrund zu entdecken.

Meghan und Harry haben einen weiblichen Bodyguard

Der Zeitung „Daily Mail“ zufolge soll Meghans Personenschützerin schon seit mehreren Monaten für sie und ihren Mann arbeiten. Sie habe Prinz Harrys früheren Sicherheitschef Bill Renshaw abgelöst, als dieser nach mehr als 30 Jahren in den Ruhestand ging. „Bewaffnet und in Killer-Highheels“ titelt die „Daily Mail“ über die Frau, die für die Sicherheit der zwei Royals sorgt. Dabei hat der Job genauso wenig mit Aussehen und Style wie mit Muskelkraft zu tun.

Das bestätigt einer, der es wissen muss: Bodyguard Eddy Kante, der allein 33 Jahre Udo Lindenbergs Leibwächter war und mittlerweile Olivia Jones und ihre Familie auf Schritt und Tritt begleitet. „Eine Frau kann genauso gut schützen wie ein Mann“, ist er sich sicher. Personenschützerinnen hätten sogar einen Vorteil: „Man neigt dazu, sie zu unterschätzen.“ Dabei werde heute jeder Bodyguard im Nahkampf ausgebildet. „Das Weniger an Kraft lernen Frauen durch Kampf- und Deeskalationstechnik auszugleichen“, so Kante.

Bodyguard Eddy Kante: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Das sei früher anders gewesen, erzählt der 59-Jährige mit der Glatze und den eher harten Gesichtszügen. „Zu Udos Zeiten hatte ich noch keine Ausbildung als Personenschützer“, sagt er. Das habe es damals noch nicht gegeben, „Learning by Doing“ sei die Strategie gewesen – und auch der Austausch mit Kollegen habe geholfen, zu lernen, wie man die Stars am besten vor Angriffen oder Unfällen beschütze. Ein Trick sei es beispielsweise, sich mehr auf die Hände der Menschen als auf ihre Gesichter zu konzentrieren. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es trotzdem nie.

Der Personenschützer Eddy Kante. Quelle: Christian Augustin/Getty Images

Aber wie gefährlich ist der Job eigentlich? „Gefährlich gibt’s im Kino“, so Kantes einfache Antwort. „Es gab damals wenige Probleme. Vielleicht auch, weil mein damaliger Ruf mir vorausgeeilt ist.“ Der Personenschützer fiel in seiner Jugend mit Gewalttaten auf, musste 1981 für neun Monate in den Jugendstrafvollzug und ab 1989 noch mal eine dreieinhalbjährige Haftstrafe absitzen. „Die Hauptgefahr ist immer, wenn die Schutzperson in der Menge badet“, erklärt er, „gerade Menschen wie Udo und Olivia sind gerne nah bei ihren Fans, immer mittendrin“. Keine selten Situation also – egal, ob bei Musikern beim Crowdsurfen oder bei Meghan auf einem überfüllten Markt voller Leute, die ihr gern möglichst nah kommen und sie und ihren Babybauch anfassen wollen.

Bodyguards werden immer wieder selbst zu Promis

Dabei werden die Personenschützer manchmal selbst prominent: Bei Meghans Personenschützerin wollen alle wissen, wie die blonde Frau heißt und was ihre Geschichte ist, Udos Ex-Bodyguard ist vielen längst bekannt. „Der Bodyguard steht ja fast genauso im Mittelpunkt wie der Star. Man muss ja immer am Mann oder der Frau bleiben“, erklärt er. So versuche er zwar, seinen Job diskret zu machen. „Aber das klappt nicht immer. In meinem Fall ist das noch schwieriger: Ich habe ja durch meine 33 Jahre an der Seite von Udo selbst eine gewisse Bekanntheit.“

Auch Bodyguards anderer Stars standen immer wieder selbst im Blitzlicht: Der Personenschützer von Sängerin Adele sorgte mit seinem durchtrainierten Körper und seinen stahlblauen Augen für Aufsehen – Peter Van der Veen war mal Mister Europa. Bodyguard Martin Kirsten wurde durch seine Beziehung mit Heidi Klum bekannt, Sängerin Anastasia heiratete sogar ihren Beschützer. Wer genau zu bewachen ist, macht laut Kante übrigens keinen großen Unterschied: „Ob Frau, Mann oder ein Mix wie Olivia – man muss immer sein Bestes geben.“

Von Hannah Scheiwe/RND

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