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Welt Berliner halten Mahnwache für angezündete Obdachlose
Mehr Welt Berliner halten Mahnwache für angezündete Obdachlose
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19:44 23.07.2018
Am Cahamarca-Platz am S-Bahnhof Schöneweide halten Menschen eine Mahnwache für die attackierten Obdachlosen Quelle: dpa
Berlin

Rund 150 Menschen haben sich am Montagabend an einer Mahnwache nach einem Mordanschlag auf zwei Obdachlose in Berlin-Schöneweide beteiligt. Die Mahnwache richtete sich gegen „Obdachlosenfeindlichkeit und Ausgrenzung“, teilte das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD) mit, das dazu aufgerufen hatte.

Die beiden auf der Straße lebenden Männer im Alter von 47 und 62 Jahren waren in der Nacht zu Montag im Schlaf auf dem Vorplatz des Bahnhofes Schöneweide mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet worden. Sie erlitten schwerste Verbrennungen und liegen im Krankenhaus. Besucher eines nahen Imbisses retteten ihnen mit einem Feuerlöscher vermutlich das Leben. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur.

Registrierung von Gewalttaten auf Obdachlose gefordert

Vor dem Tatort stand ein Schild mit der Aufschrift: „Trauer - Wut - Solidarität“. Menschen legten Blumen und Kerzen nieder. In einer kleinen Schale wurden Spenden für obdachlose Menschen gesammelt. Zu der Mahnwache waren vor allem selbst Obdachlose, aber auch viele junge Leute gekommen. Passanten aus dem Bahnhofsgebäude verharrten kurz in stillem Gedenken. Die kleine Kundgebung verlief nach Angaben der Polizei friedlich.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hat unterdessen eine einheitliche Registrierung und Zählung solcher Taten gefordert. „Momentan werden Attacken nicht speziell registriert, sondern nur allgemein unter Hasskriminalität gespeichert“, sagte die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft, Werena Rosenke, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „Neues Deutschland“. Unter Hasskriminalität würden aber auch andere Angriffe verzeichnet. „Die Gewalt gegen Wohnungslose wird dadurch unsichtbar“, sagte Rosenke.

Auch der Leiter der Bahnhofsmission Zoo, Dieter Puhl, äußerte sich zu dem Angriff „Wir empören uns über die Übergriffe gegenüber obdachlosen Menschen, die uns bekannt werden. Hey - die Dunkelziffer ist doch leider deutlich höher“, schreibt Puhl, der seit Jahren Obdachlose in Berlin betreut, bei Facebook.

„Nötigungen, Beleidigungen, Körperverletzungen, Gewalt, Vergewaltigungen - vieles wird doch gar nicht zur Anzeige gebracht.“ Der beste Schutz seien mehr Hilfen, zusätzliche Schlafplätze, „gesellschaftliche Empathie, Herzensbildung“, fordert Puhl.

Von RND/dpa

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