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Welt Kramp-Karrenbauer ist neue CDU-Vorsitzende – dafür steht sie
Mehr Welt Kramp-Karrenbauer ist neue CDU-Vorsitzende – dafür steht sie
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18:36 07.12.2018
CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hob im Kampf um den Parteivorsitz ihre Erfahrung als Parteifrau, als Wahlkämpferin und in der Regierungsarbeit hevor. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Berlin

Im Februar schon ist es für sie klar gewesen, dass die Frage des Parteivorsitzes irgendwann auf sie zukommen könnte. Nicht, dass sie sich bereits Ende des Jahres um einen neuen Job bewerben würde. Mit den Worten: „Ich kann, ich will, ich werde“, hat Annegret Kramp-Karrenbauer damals ihre Kandidatur als CDU-Generalsekretärin begründet und dafür auf einem Parteitag Begeisterungsstürme geerntet. Ein Vorzeichen für das, was folgen sollte? Jetzt ist sie die Parteivorsitzende der CDU – nach 18 Jahren Angela Merkel.

Die Nominierung der Saarländerin galt als Coup. Sie ließ dafür ihr Amt als Ministerpräsidentin im Saarland sausen. Die Partei fühlte sich geschmeichelt.

Zusammenhalten, das ist das Thema von Kramp-Karrenbauer. Dass der Tag nach dem Parteitag entscheidend sei für die Geschlossenheit der CDU, hat sie gleich von Beginn an gesagt.

Sie setzt auf Nähe und Wir-Gefühl. „Schön, so viele wiederzusehen“, so haben ihre Reden auf den Regionalkonferenzen meist begonnen. Nachdem sie im Februar das Amt als CDU-Generalsekretärin übernommen hatte, ist sie auf einer „Zuhörtour“ durch Kreisverbände getingelt, um Ideen für das neue Grundsatzprogramm zu sammeln. Es war auch eine gute Möglichkeit, sich bekannt zu machen.

Die vertrauliche Anrede ist Teil dieser Strategie: Kramp-Karrenbauer duzte die Zuhörer, sie sprach von „einer Debatte, die ihr angestoßen habt“ oder sagte: „Gemeinsam mit euch will ich mich der Aufgabe stellen.“ Selten vergaß sie den Hinweis, die 400.000 Mitglieder seien „der Schatz der Partei“.

Kramp-Karrenbauer hebt ihre Erfahrung hervor

Und doch ist viel Abgrenzung dabei zu den anderen beiden: Ihre Erfahrung hebt Kramp-Karrenbauer hervor, als Parteifrau, als Wahlkämpferin, in der Regierungsarbeit. 18 Jahre als saarländische Ministerpräsidentin, Bildungs- und Innenministerin, die Zuhörtour, mehrfach Wahlen im Saarland gewonnen. Wenn die Konkurrenten etwas in Aussicht stellen, sagt Kramp-Karrenbauer: Habe ich schon gemacht. Islamunterricht an deutschen Schulen statt in Koranschulen zum Beispiel oder die CDU wieder auf 40 Prozent zu bekommen „Das geht.“ Bei den ostdeutschen Regionalkonferenzen platzierte sie den Hinweis, auch ihre Heimat Saarland habe mit Strukturwandel zu kämpfen gehabt und mit dem Gefühl, vom Rest der Republik schief angesehen zu werden.

Mini-Merkel oder Merkel-Kopie, so haben sie ihre Gegner tituliert. Sie habe ihre eigene Karriere gemacht, hält die 56-Jährige dagegen. Weil Nicht-Merkel-Sein in der CDU gerade mit dem Symbolthema Flüchtlingspolitik verbunden wird, grenzt sie sich da ab: Mit der Forderung nach Abschiebungen nach Syrien und lebenslangen Einreisesperren für straffällige Asylbewerber. Anders als Merz und Spahn hat sie sich hingegen von Anfang an klar für den Migrationspakt positioniert.

Kramp-Karrenbauer hat ihre ehemalige Konkurrenz bereits einsortiert. Merz soll eine Steuerreform erarbeiten, Spahn als Minister weitermachen – freundlichen Dominanz kann man das nennen. Umgekehrt hatte sie gleich mal klar gezogen, dass sie als Nummer 2 hinter Merz nicht zur Verfügung stehe: Generalsekretärin werde sie nach dem Parteitag auf keinen Fall mehr bleiben. Diese Frage stellt sich für die neue Partievorsitzende allerdings jetzt nicht mehr. Anders ihr Konkurrent Friedrich Merz: Bleibt er der CDU in einer verantwortlichen Rolle im Bund erhalten?

Von Daniela Vates/RND

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