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Welt AKK baut Vorsprung im Kampf um CDU-Chefposten aus
Mehr Welt AKK baut Vorsprung im Kampf um CDU-Chefposten aus
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13:18 23.11.2018
Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als Favoritin für das Amt des CDU-Parteivorsitzenden. Quelle: Getty Images
Berlin

Im Rennen um den CDU-Vorsitz hat Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer laut einer Umfrage ihren Vorsprung ausgebaut. 38 Prozent der Unions-Anhänger meinen laut dem ZDF-„Politbarometer“ vom Freitag, dass die frühere saarländische Ministerpräsidentin Nachfolgerin von Angela Merkel als CDU-Chefin werden sollte. Das seien drei Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz kommt demnach auf 29 Prozent (minus 4), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nur auf sechs Prozent (minus 1).

Die Entscheidung über den neuen CDU-Vorsitzenden treffen die Delegierten des Bundesparteitags am 7. Dezember in Hamburg. Die Gunst der CDU-Wähler ist daher nicht direkt ausschlaggebend, aber ein möglicher Faktor in der Meinungsbildung der CDU-Delegierten.

Zwölf Prozent der Unions-Anhänger ist es laut der von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführten Umfrage egal, wer an die CDU-Spitze rückt. Weitere 15 Prozent könnten oder wollten die Frage nicht beantworten.

Der Wettbewerb um den CDU-Vorsitz ging bei der Regionalkonferenz in Halle am Freitag weiter. Merz verteidigte dabei seine vielfach kritisierte Position in der Asyldebatte. Kramp-Karrenbauer erntete Kritik als sie zugab, das Thema UN-Migrationspakt unterschätzt zu haben. Das RND bewertet die stärksten und schwächsten Momente der Kandidaten. Hier sehen Sie den RND-Kandidatencheck:


Annegret Kramp-Karrenbauer: „An mir ist überhaupt nichts mini“

Als „Mini-Merkel“ möchte Kramp-Karrenbauer trotzdem nicht bezeichnet werden. Sie sei 56 Jahre alt, habe drei erwachsene Kinder und eine ganz veritable Karriere hingelegt, sagte sie vor den Bundesdelegierten der Senioren-Union der CDU in Magdeburg. „An mir ist überhaupt nichts mini.“ Sie müsse auch für Millionen Frauen in diesem Land den Befund stellen: Wenn ein Mann in der gleichen Situation wäre, käme dieser Vergleich gar nicht auf.

Kramp-Karrenbauer ist eine von drei aussichtsreichen Kandidaten auf die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Parteichefin. Merkel tritt nach 18 Jahren an der Parteispitze nicht mehr an, will aber Kanzlerin bleiben. Neben Kramp-Karrenbauer bewerben sich beim Parteitag am 7. Dezember auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz. Alle drei stellten sich seit Donnerstag auch bei der mitgliederstarken Senioren-Union vor.

Lesen Sie auch: Kampf um den CDU-Chefposten – Der RND-Kandidatencheck

Es gebe vieles, was sie mit Merkel verbinde und einige Punkte, in denen sie heftig stritten, sagte Kramp-Karrenbauer und stellte klar: „Ich werde mich nicht in einer künstlichen Art und Weise von unserer Kanzlerin distanzieren, nur in der Hoffnung, dass ich auf dem Parteitag zwei Delegiertenstimmen mehr bekomme.“

Kramp-Karrenbauer warb vor den Delegierten dafür, dass sich die CDU wieder mehr dem Umweltschutz zuwenden müsse. Viele Menschen sorgten sich, ob ihre Kinder und Enkel noch gesund in einer intakten Natur aufwachsen könnten. Und sie warb für mehr Einigkeit: „Am Tag Eins nach dem Parteitag muss diese CDU geschlossener zusammenstehen, als sie das in den vergangenen Monaten getan hat.“

Von RND/dpa/lf