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Welt „Sie können nicht alles unter einen Hut bringen”
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10:49 26.02.2018
Andreas Rödder, Historiker, CDU-Mitglied, Frank Richter, Theologe und ehemaliger Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Volker Bouffier (CDU), Moderatorin Anne Will, Olaf Scholz (SPD) und Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios Quelle: dpa
Berlin

Da flimmert sie noch einmal über den Bildschirm, diese Zahl. Minus 8,5 Prozent, das Desaster der Union bei der Bundestagswahl. Und dann noch die Behauptung von Angela Merkel, sie wisse nicht, was sie hätte anders machen müssen. Der Einspielfilm lässt noch einmal Revue passieren, was sich da alles angestaut hat in der Union. Und nun? Ob nun, da die Ministerriege benannt ist, alle während der Koalitionsverhandlungen gerissenen Wunden wieder geheilt seien?, möchte Moderatorin Will wissen.

„Das war weder desaströs noch inhaltsleer”, blickt CDU-Vize Volker Bouffier zurück auf die GroKo-Verhandlungen mit der SPD. Dieser Vertrag sei eben ein Kompromiss. Aber die Ministerliste, die hält der hessische Ministerpräsident für einen echten Knaller. „Die Stimmung ist gut“, berichtet Bouffier aus dem Konrad-Adenauer-Haus am Vorabend des großen Parteitags. Angela Merkel habe ein hervorragendes Gefühl für Stimmungen und für das, was die Partei erwarte. Mehr Lob geht kaum.

Enttäuschung über ungleiche Besetzung

„Angeschlagen auf der Zielgeraden - gelingt Schwarz-Rot der Neuanfang?“, so das Motto des Abends. Zwei, die Anne Will eingeladen hat für die kritische Betrachtung, sitzen an Bouffiers rechter Seite: Frank Richter, früherer Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, frisch ausgetretenes CDU-Mitglied. Und Andreas Rödder, Geschichtsprofessor aus Mainz, der mal in Rheinland-Pfalz Mitglied eines christdemokratischen Schattenkabinetts war.

Beide erinnern daran, dass Konservativismus zum Markenkern der CDU gehöre, loben die Berufung Annegret Kramp-Karrenbauers zur neuen Generalsekretärin und verbinden damit die Hoffnung, dass die Partei endlich wieder diskutiere und nicht mehr nur Alternativlosigkeit exekutiere. Dass Angela Merkel nicht einen einzigen Minister aus dem Osten benannt habe, enttäuscht besonders Richter. Es sei jedenfalls kein Signal, das Vertrauen der Menschen wieder zurückzugewinnen.

Die Probleme liegen tiefer

Womit die Sendung wieder da angelangt wäre, was sich alles aufgestaut hat. „Sie können nicht alles unter einen Hut bringen”, sagt CDU-Mann Bouffier. Die Ostdeutschen sollten sich „nicht kleiner machen, als sie sind“. Er erwarte schlicht, „dass ein Bayer sich um die Küste kümmert und jemand aus dem Norden darum, dass es in den Bergen klappt“. Herkunft sei schließlich nicht das Entscheidende.

Wäre da nur nicht die Symbolebene. Auf Dauer sei es nicht ausreichend, wenn Merkel auf ihre ostdeutsche Wurzeln verweise, wirft Tina Hassel ein, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios. Dass die Probleme tiefer liegen, glaubt Olaf Scholz, kommissarischer Chef der SPD, die gerade eigentlich voll mit dem GroKo-Mitgliederentscheid beschäftigt ist. Der Hamburger Bürgermeister verweist auf den Strukturwandel der Arbeitswelt, auf Automatisierung, Digitalisierung und die damit verbundenen Sorgen. Dass trotz bester Wirtschaftszahlen die Verunsicherung zunehme, sei das eigentliche Problem. Scholz schwant Böses: Wenn wir die Frage nicht beantworten, wird etwas los sein in diesem Land.”

Ob nicht schon längst etwas los ist, schießt es dem Beobachter da unwillkürlich durch den Kopf.

Von Rasmus Buchsteiner

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