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Welt Am Freitag gibt es Seifenblasen
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09:01 24.03.2018
Birk Grüling schreibt als Journalist über Familie und Bildung. Mit Frau und Kind lebt er im Hamburger Speckgürtel. Quelle: gpt
Hamburg

Wir sind happy. Erstens, weil wir überhaupt einen Kinderarzt gefunden haben, der noch kleine Patienten aufnimmt, und meine Frau dafür nur drei Monate vor der Geburt anfragen musste. Zweitens, weil er gut mit Kindern umgehen kann, und drittens, noch viel besser mit zum Kopfzerbrechen neigenden Eltern.

Untersuchung auf die norddeutsche Art

Letzteres liegt wohl an seiner norddeutschen Art. Auf Small Talk während der Untersuchungen verzichtet er gern. „Wird Ihr Sohn gestillt?“ „Ja.“ Unsere Antwort wird mit einem Nicken zur Kenntnis genommen. „Wollen Sie Ihren Sohn impfen lassen?“ „Ja, das ist uns wichtig.“ Ein erleichtertes Nicken, keine langwierige Diskussion. „Isst ihr Sohn schon Brei?“ „Ja, inzwischen drei Mal am Tag.“ Zufriedenes Nicken, eifriges Tippen am Computer.

Gelassene Eltern trotz Dauerrotznase

Etwas redseliger wurde er nur bei einem Besuch anlässlich der ersten hartnäckigen Erkältung. Seit fünf Tagen hustete unser damals acht Monate alter Sohn laut und kratzig. Die besorgten Ausführungen meiner Frau unterbrach der Kinderarzt mit einer Frage: Hat er Fieber? Nein, er ist ziemlich fröhlich. Stirnrunzeln. Warum sind Sie dann hier? Keine Antwort abwartend begann ein Vortrag über winterliche Infekte. Kinder können bis zu zwölfmal pro Jahr erkranken, mit einer Dauer von gut zwei Wochen. Gerade im Winterhalbjahr. Hinzu käme die Ansteckung durch andere Kinder. Ohnehin stärke jeder Infekt das Immunsystem. So aufgeklärt, entschied meine Frau, dass ich gern den nächsten Notfallarztbesuch übernehmen könne. Zum Glück blieb uns der bisher erspart. Zwar hat unser Sohn seit dem Kita-Start eine Dauerrotznase, auch der Husten kehrt in regelmäßigen Abständen zurück. Aber wir sind gelassener geworden.

Seifenblasen beim Impftermin

Für den jüngsten Impftermin besuchte ich unseren Kinderarzt an einem Freitagnachmittag. Zum Abschied zauberte er ein Seifenblasenfläschchen aus seinem Kittel – halb zur Ablenkung meines Sohnes, halb zur eigenen Freude. Versonnen lächelnd blickte er den Blasen nach. „Denken Sie an die U7 in einem Jahr“, sagte er und verschwand winkend. In diesem Moment war ich glücklich über unseren Kinderarzt und beschloss, den nächste Notfallbesuch gern zu übernehmen.

Von Birk Grüling/RND

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