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Welt Abschied von Prinz Henrik
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15:11 20.02.2018
Die dänische Königsfamilie blickt auf den Sarg von Prinz Henrik. Quelle: dpa
Kopenhagen

Am Ende kann Margrethe II. ihre Tränen doch nicht mehr zurückhalten. Nach dem Tod ihres Mannes Prinz Henrik hatte die dänische Königin in den vergangenen Tagen öffentlich immer ein Lächeln auf den Lippen. Auch am Dienstag lächelt sie, während der wohl wichtigste Mensch in ihrem Leben in Kopenhagen beigesetzt wird. Doch zugleich laufen der Monarchin unter dem schwarzen Schleier die Tränen über die Wangen. „Du, der Millionen Sterne erstrahlen ließ“, singt sie da.

In der Schlosskirche von Christiansborg nimmt die Königsfamilie in einer emotionalen, kleinen und außergewöhnlich ehrlichen Zeremonie Abschied von Prinz Henrik. Der 83-Jährige war am vergangenen Dienstag nach schwerer Krankheit gestorben.

Ein Staatsbegräbnis hatte er nicht gewollt, deshalb waren zur Trauerfeier nur 60 Gäste geladen – neben der Königsfamilie, seiner französischen Familie und Angestellten vom Hof nur ganz wenige Offizielle. Alle anderen konnten ihre Anteilnahme nur mit Blumen zeigen: Mehrere hundert farbenfrohe Kränze lagen im Kirchenschiff.

Bischof Erik Norman Svendsen, der persönliche Seelsorger der Königsfamilie, erinnerte in einer Rede an das Leben des Prinzen. Henrik sei immer er selbst gewesen und habe keine Rücksicht auf Gepflogenheiten genommen, sagte er. „Bunt, unberechenbar, unerschrocken, französisch!“

Henrik wollte kein Grab neben seiner Frau

Mit seiner Rolle in der dänischen Monarchie sei der Prinz nicht immer glücklich gewesen, sagte der Geistliche. „Er fühlte sich manchmal übergangen und übersehen und gab dem Titel Prinzgemahl die Schuld.“ Für ihn sei das eine Frage der Ebenbürtigkeit und Gerechtigkeit gewesen.

Prinz Henrik hatte bis zum Schluss damit gehadert, dass er nie den Titel König bekam. Deshalb hatte er entschieden, dass er nicht im Dom von Roskilde begraben werden wollte, wo Königin Margrethe später einmal liegen wird. Sein Leichnam wird stattdessen eingeäschert – ein Teil der Asche kommt in den privaten Garten seines geliebten Schlosses Fredensborg, die andere Hälfte wird über dem Meer verstreut. Vor seiner Beisetzung erwiesen sie ihm am Wochenende zu Tausenden die letzte Ehre am geschlossenen Sarg.

Dieser wird, umhüllt von der dänischen Flagge mit dem Wappen des Prinzen, am Ende der Trauerfeier von acht rot Uniformierten aus der Kirche getragen. In diesem Moment werden alle Flaggen im Land, die eine Woche auf halbmast wehten, wieder voll gesetzt. Die Kirchenglocken läuten. Es klingen Salutschüsse. Und Margrethe II. lächelt wieder.

Von RND/iro/dpa

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