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Aktuelles Zu wenig Jugend-Hostels werben mit Zertifikat
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15:16 18.04.2016
Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat den Zustand der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten im Bundesland untersuchen lassen: Es besteht einiger Verbesserungsbedarf. Quelle: Stefan Sauer
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Jugendübernachtungsstätten sind laut einer Studie gut aufgestellt. Allerdings werben weniger als die Hälfte von 162 erfassten Einrichtungen mit einer Zertifizierung für ihre Angebote, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in Schwerin mitteilte.

"Qualität ist ein starkes Entscheidungskriterium für einen Urlaubsort. Mit einer Zertifizierung können die Übernachtungsstätten noch besser punkten", betonte Glawe. Nach der Studie haben 14 Prozent eine Basiszertifizierung nach dem Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen (QMJ) und 28 Prozent eine QMJ-Klassifizierung nach Sternen. Der Nordosten biete ein vielfältiges Angebot an Kinder- und Jugendübernachtungsstätten, sagte der. "Es lohnt sich, intensiv um die Zielgruppe zu werben." Mit einer Zertifizierung wären Jugend-Herbergen, -Hostels und Begegnungsstätten erst vergleichbar und bundesweit besser zu vermarkten.

Insgesamt zählen die 162 Jugend-Einrichtungen mehr als 22 000 Schlafplätze, darunter 8500 auf Campingplätzen und gut 4600 in klassischen Jugendherbergen.

Die meisten Gäste kommen aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Das Statistische Amt gibt für 100 Jugendherbergen und Hütten im Jahr 2015 rund 266 000 Ankünfte und knapp 872 000 Übernachtungen an. Nicht gezählt wurden dabei die Gäste in Hostels, Jugendhotels und -dörfern.

Die Studie wurde vom Kieler Institut für Tourismus- und Bäderforschung "news insight for tourism" (NIT) in der Zeit von Dezember 2015 bis März 2016 erarbeitet. Dabei wurden Kinder- und Jugendübernachtungsstätten identifiziert, kategorisiert und bewertet.

Die Linksfraktion im Schweriner Landtag forderte mehr finanzielle Unterstützung. Damit möglichst viele gemeinnützige und gewerbliche Übernachtungsstätten ein Qualitätssiegel erhalten können, seien erhebliche Investitionen in die Einrichtungen und ins Personal sowie entsprechende Förderungen des Landes notwendig, erklärte der tourismuspolitische Fraktionssprecher Helmut Holter.

dpa