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Wenn die Schule zum Stress wird
Wenn die Schule zum Stress wird
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11:24 03.05.2013
Schüler sollten aufpassen, dass die Schule nicht in zu viel Stress ausartet. Quelle: Patricia Bier
Marburg

Die Stunden werden länger, die Klausuren folgen dicht hintereinander, Zeit für Hobbys bleibt kaum. Diesen Zustand kennen leider viel zu viele Jugendliche in Deutschland, da der Leistungsdruck in Schulen immer mehr steigt.

Dabei können verschiedene Punkte die Hauptgründe für Schulstress ausmachen: die Angst zu versagen, in der Schule schlecht zu sein, richtiggehende Existenzängste zu verspüren. Schüler stellen sich häufig die Frage: „Was passiert, wenn ich den Erwartungen, die mir gestellt werden, nicht entspreche?“ oder „Welchen Weg kann ich einschlagen, wenn ich nicht das immer mehr geforderte Abitur absolvieren kann?“

Druck von den Eltern

Hinzu kommt der Druck, den oft Eltern auf ihre Kinder ausüben, wenn diese eben nicht deren Wünschen gerecht werden. Doch man sollte sich auch den Preis anschauen, den Jugendliche bezahlen müssen, um den Anforderungen der Schulen zu entsprechen und sich später in das Idealbild eines Abiturabsolventen einzufügen.

Schon in der Grundschule entwickeln Kinder häufig Schlafstörungen, leiden unter Kopf- oder Bauchschmerzen. Später kann es zu Essstörungen kommen. Diese Beobachtung teilen zumindest zahlreiche Experten, Kinder sollten nicht durch stures Lernen und lange Schultage um ihre Kindheit gebracht werden.

Hobby als Gegenpol

Für ein Hobby sollte immer genug Zeit bleiben, um einen Gegenpol zu dem Schulstress zu bewahren. Die Frage, die sich einem hierbei stellen sollte ist doch, ob es das Risiko wert ist einzugehen, dass deutsche Jugendliche ernsthaft krank werden. Sie können später vielleicht nicht mehr voll arbeitsfähig sein, nur um in frühen Jahren die Bildung zu erhalten, die von der Außenwelt heutzutage gefordert wird.

Haben sich nicht Menschen in längst vergangenen Tagen auch ein bodenständiges Leben aufgebaut, ohne den Druck von außerhalb? Ist es nicht genauso viel wert, wenn ein Schüler einen Realschulabschluss oder ein Fachabitur anstrebt, deshalb vielleicht später nicht studiert, aber dennoch einen ehrenwerten, handwerklichen Beruf erlernt?

Selbstverständlich sollte jedem die Option offen stehen, soweit wie möglich in seiner Schullaufbahn zu kommen, im Idealfall auch ein erfolgreiches Abitur zu absolvieren, aber man sollte die Frage nie außer Acht lassen, wie viele Opfer Schüler dafür bringen müssen.

von Patricia Bier, 9. Klasse Freie Waldorfschule Marburg