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Unattraktives Nachtleben?
Unattraktives Nachtleben?
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22:09 01.05.2013
Sperrstunde um 3 Uhr oder nicht – das ist in Frankenberg die Frage. (Montage) Quelle: Jana Happel und Leonie Schleiter
Frankenberg

So sollen gewaltsame Auseinandersetzungen unter alkoholisierten Kneipengästen und Besuchern von Diskotheken eingedämmt werden.

Im Präventionsrat, der schon seit einiger Zeit regelmäßig tagt, sind Befürworter und Gegner der Sperrstundenverlängerung vertreten. Zu den Befürwortern gehört unter anderem die Polizei, die mit einer Zunahme von Gewalt und Auseinandersetzungen nach drei Uhr argumentiert. Als Vorbild gilt den Ordnungshütern die Stadt Korbach, in der die Verlängerung der Sperrstunde eine beruhigende Wirkung auf die nächtliche Situation gehabt haben soll.

Von den Gegnern wird jedoch hauptsächlich eine Verlagerung des Problems befürchtet. Diese Bedenken äußert auch der Geschäftsführer des „Bonkers“-Clubs Benjamin Battefeld aus Frankenberg im Gespräch: „Die Verlängerung wird die Gewalttaten nur verlagern oder verschlimmern. In einer Diskothek stehen die Leute immerhin unter der Aufsicht der Türsteher, was viele abschreckt. Ohne Aufsicht sinkt die Hemmschwelle für Gewalttaten.“ Der Verlust für viele Kneipen und Diskotheken im Kreis sei noch nicht vorhersehbar, da sich viele Besucher, die länger als drei Uhr ausgehen wollen, eingeschränkt fühlen und sich daher eine andere Ausgehmöglichkeit suchen könnten.

„Frankenberg wird für uns unattraktiv“, so äußern sich viele Jugendliche bei dem Thema. Auch für die ortsansässigen Taxiunternehmen könnte die Verlängerung der Sperrstunde ein Problem darstellen, da zu Stoßzeiten mehr Taxen benötigt werden als vorhanden sind und zudem zwei Stunden weniger Zeit zur Verfügung steht, um die Gäste alle sicher nach Hause zu bringen. Mehr Privatpartys könnten ebenfalls eine Folge der verlängerten Sperrstunde sein.

Der Bürgermeister der Stadt Frankenberg will alle Argumentationen noch einmal gegeneinander abwägen, um zu einem Ergebnis zu kommen.Sollte sich die Verlängerung der Sperrstunde in Waldeck-Frankenberg durchsetzen, könnte dies für andere Städte ein Anlass sein, über gleiche Regelungen nachzudenken.

von Jana Happel und Leonie Schleiter, Klasse BG 11F, Adolf- Reichwein-Schule Marburg