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Schicksale gehen unter die Haut
Schicksale gehen unter die Haut
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20:35 02.05.2013
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Marburg

Dort fand anlässlich des 70. Gedenktages der Deportation die Ausstellung „Hornhaut auf der Seele“ statt. Große Informationstafeln zierten die Wände und beleuchteten die geschichtlichen Hintergründe ebenso sorgfältig wie Einzelschicksale. Die Überschriften dienten dabei als eine Art „Roter Faden“, weil sie in Reihenfolge gelesen eine Zusammenfassung der Ausstellung ergeben.

Die Geschichte der Sinti und Roma ist mit Vorurteilen und Klischees gespickt. Zu den negativen Vorurteilen zählt etwa die Darstellung einer dunkelhaarigen Wahrsagerin, die große Ohrringe und bunte Kleider trägt und ihre Besucher um die Brieftasche erleichtert, während sie ihnen aus der Handfläche liest. Mit der Einführung der Nürnberger Rassengesetze zur Zeit des Nationalsozialismus begann die Ausgrenzung der Sinti und Roma. Sie sollten beseitigt werden. Um den Völkermord an den Sinti und Roma zu rechtfertigen, verfasste der „Rassenforscher“ Robert Ritter ein Schema zur Erkennung von „fremdrassigen Menschen“. Wer in dieses Schema passte, weil die Urgroßeltern beispielsweise zu den Sinti und Roma gehörten, war zum Tode verurteilt. Das galt auch für diejenigen, die nichts über die Abstammung ihrer Verwandten wussten. Was die Menschen zu dieser Zeit erlebten, machten die ausgestellten Zitate in der Ausstellung deutlich. Am Ende waren sich die Schülerinnen und Schüler sind sich einig, dass die Verfolgung und der Völkermord an den Sinti und Roma zu den schrecklichsten Ereignissen in der Geschichte zählt.

 von Isabel Drexler, Jasmin Kuhli, Klasse 11W1, Berufliche Schulen Biedenkopf

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