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Raus aus der Atomenergie – aber wie?
Raus aus der Atomenergie – aber wie?
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18:25 14.03.2012

Die Tragödie im japanischen Fukushima vor einem Jahr veranlasste viele Menschen, ihre Meinung über die friedliche Nutzung der Atomenergie zu ändern und gegen Atomenergie aufzurufen. Die Katastrophe führte auch in Deutschland zur Abschaltung einiger Atomkraftwerke und zu einem erneuten Ausstiegsbeschluss. Doch wie soll man die dadurch entstehende Stromlücke schließen? Die klimaschädlichen CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken sind zu hoch, um sie in Zukunft weiter zu nutzen. Das heißt, eine Energiewende ist nötig, um die Welt, wie wir sie kennen, zu erhalten. Spätestens wenn alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind und ein Verbot von Kohlekraft besteht, müssen wir auf Wind-, Wasser- und Sonnenenergie zurückgreifen.

Doch bei genauerem Hinsehen gestaltet sich diese Energiewende schwieriger als geplant. Das wird immer dann deutlich, wenn es um konkrete Projekte geht. Aktuelles Beispiel in der Region ist Bottenhorn, wo ein Windpark auf dem Hilsberg geplant ist. Dort sollen fünf bis sechs Windräder des Typs Enercon e101 mit einer jeweiligen Höhe von 185 Metern pro Anlage entstehen.

Doch nicht nur die Bewohner von Bottenhorn, die mit den Windrädern in unmittelbarer Nachbarschaft konfrontiert werden, fragen: „Sind sie zu laut? Was haben wir davon? Wird unsere Umwelt dadurch zerstört?“ Außerdem stört die betroffenen Bürger der Eingriff in die Natur, der den Tieren den Lebensraum nimmt und den Hilsberg so verändern wird, dass die kommenden Generationen ihn nie so sehen werden, wie er heute ist.

Jedes Anliegen hat zwei Seiten. So wie die Windkrafträder negative Aspekte mit sich bringen, treten auch positive hervor. Dabei ist das Positive an der Windenergie, dass sie eine erneuerbare Energiequelle und damit im Betrieb klimaneutral ist. Unter anderem sind Windkraftanlagen auch effektiver im Verhältnis zu den Kosten als etwa Solaranlagen.

Nun sind die Bottenhorner Bürger und auch die anderen Gegner der Windkraftanlage am Hilsberg keinesfalls gegen erneuerbare Energien, sondern sie befürchten nur die Veränderungen und Folgen der 185 Meter hohen Windräder, die ihnen fast direkt vor die Haustür gestellt werden sollen. Ebenso sind sie verärgert darüber, dass sie so wenig mit einbezogen werden in ein Geschehen, das sie doch sehr betrifft.

Beide Seiten hoffen nun auf eine Lösung, die sowohl für die verärgerten Bürger als auch für die Befürworter der Windkraftanlagen akzeptabel ist.

von Julia Lenz, Larissa Happel, Kathrina Roesemann und Mona Ruppert – Adolf-Reichwein-Schule BG11F