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Schüler lesen die OP 2018 Unterricht erleben an der Inklusiven Grundschule
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2018 Unterricht erleben an der Inklusiven Grundschule
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16:50 16.04.2018
Ein Tafelbild in der Bettina-von-Arnim-Schule. Quelle: Elena Freitag
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Marburg

Den Eltern und Kindern wurde hierbei am Samstag das neue Konzept vorgestellt. 

Die Inklusive Grundschule wurde erst im Sommer letzten Jahres gegründet. Kinder mit Förderbedarf werden nun gemeinsam mit Regelschülern von zwei Lehrern unterrichtet, jeweils eine Grundschul- und eine Förderschullehrerin. Dies bedeutet, dass jeder Schüler und jede Schülerin seinem und ihrem Lernstand entsprechend individuell gefördert wird.

Da dies am besten in kleinen Klassen funktioniert wird darauf wertgelegt, dass maximal 15 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden. In der derzeitigen ersten inklusiven Klasse werden elf Regelschüler und vier Kinder mit Förderbedarf unterrichtet. Außerdem wird nach dem Waldorfschulprinzip in Epochen und nicht nach einem festen Stundenplan unterrichtet.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten individuelle Lernstandberichte statt Noten. In getrennten Gruppen besuchten Kinder und Eltern am Hospitationstag den für sie gestalteten Unterricht. In dieser Zeit wurden die jüngeren Geschwisterkinder durch die Erzieher der regulär nach dem Unterricht stattfindenden Nachmittagsbetreuung betreut.

Nachdem der Ablauf des Tages von den Lehrkräften erklärt wurde, begleiteten wir die Gruppe der Kinder zu ihrem Probeunterricht. Sie starteten mit einem gemeinsamen rhythmischen Teil, bestehend aus verschiedenen Bewegungsabläufen und Gesang.

Raus geht es bei jedem Wetter

Darauf folgte ein 45-minütiger Einblick in den Schulunterricht, in dem die Kinder erste Erfahrungen im Aufbau der Buchstaben, durch das Zeichnen von geraden Linien und Bögen, sammeln konnten. Dies wurde durch eine Geschichte vermittelt, die schon im rhythmischen Teil eingeführt wurde. Hilfreich dazu war auch das vielfältig gestaltete Tafelbild.

Nach der Unterrichtseinheit frühstückten die Kinder gemeinsam mit verschiedenen Obst- und Nussarten. Dann gingen alle Kinder nach draußen in die Pause, da es zum Schulkonzept gehört, dass die Kinder in der großen Pause bei jedem Wetter nach draußen gehen. Die Kinder nutzten die verschiedenen Spielmöglichkeiten im geräumigen Außengelände. Zu diesem gehören auch ein Ziegen- und ein Hühnergehege, da die Schule auf tiergestützte Pädagogik viel Wert legt.

Nach dieser Pause war der zweistündige Hospitationstag beendet. Im Anschluss befragten wir eine Familie, die ihr Kind in der ersten Grundschulklasse hat. Sie bestätigte, dass auf jedes Kind individuell geachtet werde. Es werde darauf wertgelegt, dass jedes Kind im Unterricht mitkomme und dafür sei gerade das Waldorfschulkonzept geeignet.

Kleine Klassengröße erleichtert das Lernen

Auch die tiergestützte Pädagogik wird von der Familie als gut empfunden, da die Kinder, zum Beispiel durch das Füttern der Tiere, lernen Verantwortung zu übernehmen. Es gefällt ihnen außerdem, dass verschiedene Unterrichtseinheiten in getrennten Lerngruppen absolviert werden. In diese werden die Kinder ihrem Lernstand entsprechend eingeteilt. 

Das Lernen erleichtere, so die befragte Familie, außerdem die kleine Klasse. Die Kinder scheinen miteinander gut auszukommen und gerne in der Schule zu sein. Unter den Schulen, die sich die Familie anschaute, gefiel den Eltern die Bettina-von-Arnim-Schule am besten.

von Klara Harnisch und Elena Freitag, Klasse 8e der Elisabethschule Marburg

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