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Schüler lesen die OP 2018 Kommentar: So viele Nachrichten, so viele Wahrheiten?
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2018 Kommentar: So viele Nachrichten, so viele Wahrheiten?
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17:00 16.04.2018
"HörenSAGEN" heißt die Sonderpräsentation, die derzeit in dem Ausstellungshaus läuft. Sie schlägt den Bogen von den Sagen der Brüder Grimm zu "Fake News", den Falschinformationen, die durch soziale Medien geistern. Quelle: Uwe Zucchi
Marburg

Damit man uns nicht in dem Wirrwarr von Informationen verliert, sollte man lernen, Nachrichten und deren Quellen richtig einzuschätzen. Inzwischen ist jedem klar, dass die Medien uns Menschen sehr stark manipulieren können. Manchmal merken wir es selbst nicht einmal.

Oft erfahre ich, wie ein und das gleiche Ereignis in verschieden Medien völlig unterschiedlich dargestellt wird. Durch meine russischen Wurzeln komme ich auch häufig mit den russischen Nachrichten in Berührung. In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass deutsche und russische Medien sich oft widersprechen.

Hierzu kann man mehrere Beispiele nennen, einige möchte hier aufführen. Im Fall der Vergiftung des ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter, wird in den deutschen Medien aktiv von Russlands Schuld gesprochen, wohingegen die russische Medien aufgrund mangelnder Beweislage Russlands Unschuld beteuern.

Kontrovers ist auch die Darstellung der Rolle der syrischen Regierung, der USA und Russland im syrischen Bürgerkrieg. Ebenfalls waren die immer wiederkehrenden Dopingskandale vor allem während der
Olympischen Winterspiele ein Thema, welches unterschiedlicher nicht hätte dargestellt werden können.

Ein besonderes Problem stellen auch die sogenannten „Fake News“ dar. Diese sind heute fast schon genauso verbreitet wie die wahren Nachrichten. Ich stehe dadurch umso öfter vor den Fragen „Wer hat denn nun Recht? Wem soll ich glauben?“

Obwohl es leichter gesagt als getan ist, wünsche ich mir, dass die Menschen sich grundsätzlich mehr Gedanken machen, bevor sie entscheiden, ob sie den Nachrichten einfach blind vertrauen. Dafür sollte man sich auch mal etwas länger Zeit lassen, um verschieden Quellen zu vergleichen, nachzudenken und diese zu diskutieren.

So etwas sollte man bereits im Schulalter lernen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt „Schüler lesen die OP“, welches uns hilft bewusster mit Nachrichten umzugehen.

von Amira Id-Lefqih, 8d, Gymnasium Philippinum