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Schüler lesen die OP 2018 Reitlehrer ist der Traumberuf vieler Kinder
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2018 Reitlehrer ist der Traumberuf vieler Kinder
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17:04 16.04.2018
Reitlehrerin Judith Weninger. Quelle: Privatfoto
Marburg

Die Blista ist die Blindenstudienanstalt in Marburg. Sie hat eine eigene Reitanlage für die Schüler der Blista, aber auch für andere Schüler, Kinder und Erwachsene, manche mit einer Behinderung. Die Reitanlage ist im Industriegebiet in Wehrda. Ich reite seit drei Jahren selbst hier und habe Frau Weninger in der Reitanlage besucht und befragt.

OP: Wann haben Sie mit dem Reiten angefangen?

Judith Weninger: Ich habe mit 5 Jahren mit dem Reiten angefangen.

OP: Wann wussten Sie dass Sie Reitlehrerin werden möchten?

Weninger: Ich wusste schon sehr früh dass ich beruflich etwas mit Pferden machen möchte. Mit 14 Jahren habe ich mich erkundigt was es für Berufe in diesem Bereich gibt.

OP: Wie wurden Sie Reitlehrerin?

Weninger: Reitlehrerin ist kein eigenständiger Beruf. Ich brauchte erstmal eine Grundausbildung. Da gibt es verschiedene Ausbildungen die dazu passen. Ich habe zuerst eine Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht. Die Ausbildung hat drei Jahre gedauert.

OP: Was für einen Schulabschluss braucht man hierfür?

Weninger: Die mittlere Reife, also den Realschulabschluss.

OP: Und nach der Ausbildung waren Sie dann Reitlehrerin?

Weninger: Nein, ich habe außerdem die Ausbildung zur Reitpädagogin und zur Reittherapeutin gemacht und den Reitlehrerschein Trainer C.

OP: Kann jeder den Trainerschein machen?

Weninger: Um den zu machen muss man mindestens 18 Jahre alt sein und das Reitabzeichen 4 haben. Außerdem braucht man das Longierabzeichen, den Reitpass und einen erweiterten erste Hilfe Kurs.

OP: Was sollte man für diesen Job können?

Weninger: Man muss gut mit Pferden und Menschen umgehen können. Man muss flexibel, kreativ und körperlich fit sein. Außerdem muss man sich gut in andere hineinversetzen können.

OP: Unterscheidet sich die Blista Reitschule von anderen Reitschulen?

Weninger: Die Blista ist eine Reitschule, die sich speziell auf das therapeutische und pädagogische Reiten spezialisiert hat. Wir haben hier ein breites Spektrum an Leuten die bei uns reiten, in ganz unterschiedlichen Altersstufen, Menschen mit und ohne Behinderung, manche mit einer Seheinschränkung.

OP: Sind Sie die einzige Reitlehrerin an der Blista?

Weninger: Nein, es gibt noch einen anderen Reitlehrer. Arno ist mein Kollege

OP: Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Weninger: Meine Arbeitstage sind immer unterschiedlich. Das ist das schöne an meinem Job. Es kommt ganz darauf an welche Gruppe ich gerade unterrichte. Der Tag fängt aber immer damit an dass wir erstmal die Pferde laufen lassen, damit die Pferde vor den Reitstunden Bewegung haben und als Gruppe etwas im Herdenverband machen können. Dann überlege ich mir was ich in den Kursen mache und bereite den Unterricht vor. Nach dem Unterricht muss ich noch die Pferde versorgen. Außerdem ist ein Teil meiner Arbeit auch Büroarbeit. Hier mache ich Organisatorisches, zum Beispiel: Rechnungen schreiben, Futter bestellen, Dienste planen, aber auch Hufschmied, Physiotherapeut oder den Tierarzt bestellen.

OP: Was macht Ihnen an Ihrem Job besonders Spaß?

Weninger: Er ist sehr abwechslungsreich, man hat viel Bewegung und ist an der frischen Luft. Außerdem macht mir der Kontakt zu den Tieren und den Menschen Spaß.

OP: Was mögen Sie an dem Beruf nicht? Was macht keinen Spaß?

Weninger: Ich mag es nicht wenn es besonders heiß oder kalt ist. Dann ist es anstrengend, auch für die Tiere.

OP: Ist Reitlehrerin Ihr Traumberuf?

Weninger: Absolut ja. Das was ich mache möchte ich gerne mein ganzes Leben lang machen, solange ich kann.

von Lennja Sames, Klasse 4b, Brüder-Grimm-Schule Marburg