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Schüler lesen die OP 2018 Kommentar: Zur Sicherheit in Marburg
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2018 Kommentar: Zur Sicherheit in Marburg
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16:29 16.04.2018
Ist die Lahnterrasse der Hotspot der Stadt? Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auch wenn eine sinkende Arbeitslosenrate und der Bau neuer Wohnungen in der Stadt bereits für positive Schlagzeilen gesorgt haben, muss man sich eingestehen, dass Projekte der Stadt, wie die teuer gebauten Lahntreppen an der Mensa oder die Migration von Kindern von Flüchtlingsfamilien, schon vor dem Krieg in Syrien, nach hinten losgegangen sind.

Die Integration von ausländischen Mitbürgern ist ein Langzeitprozess, man fängt nicht gestern damit an und hört auch nicht morgen damit auf. Mir selber kam es oft so vor, dass man es sich leicht
gemacht hat, getreu dem Motto: „Die beiden kommen aus demselben Land, die kommen in eine Klasse dann können die beiden ihre Sprache sprechen“. Politiker sprechen hierbei von Migration, der
aufgeweckte Freizeit-Kabarettist nennt das Ganze Parallelgesellschaft.

Der mutmaßliche Treffpunkt der Studenten an der Mensa ist nicht mehr da. Die Lahntreppen sind, wie jeden Sonntagmorgen, knöchelhoch mit Müll, vorzugsweiße Glasflaschen, überzogen. Das Dreieck rund um den Elisabeth-Blochmann-Platz, zwischen der Mensa, der Weidenhäuser Brücke und der Autobahnauffahrt Richtung Gießen, ist der Hotspot der Stadt.

Noch ist es nicht soweit, diesen Ort als das hessische Caracas oder Compton Marburgs zu bezeichnen, jedoch hört und sieht man immer häufiger, dass sich Anwohner abends, besonders am Wochenende,
nicht trauen diesen Ort aufzusuchen. Man muss mit Pöbeleien und tätlichen Angriffen aller Art rechnen. Um nicht Teil der Szenerie eines Polizeieinsatzes zu werden, wählen viele einen Umweg, welcher meist an einem Weg an der Lahn, welcher im Übrigen auch nicht wirklich hell ist, lang führt. Auch keine attraktive Alternative für die 1,55 m große BWL- Studentin.

Nachts um 4 vor dem Imbiss: Von hinten kommt eine andere Gruppe, aus neutraler Sicht nichts Besonderes, aus einer friedlichen Situation, wie dem Borgen eines Feuerzeugs oder dem Wurf eines lustig gemeinten Schneeballs, entstehen oft Handgemenge, die nicht selten im Krankenhaus enden.

Jetzt liegt es an den Kommunalpolitikern dafür zu sorgen, dass in unserer kleinen Stadt kein dauerhafter Problembezirk, wie das Bahnhofsviertel in Frankfurt, entsteht.

von Nick Czyrzewski, Klasse CT11 der Adolf-Reichwein-Schule