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Schüler lesen die OP 2018 Medienpädagoge: „Viele Apps sind sehr datenhungrig“
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2018 Medienpädagoge: „Viele Apps sind sehr datenhungrig“
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17:20 16.04.2018
Der Marburger Medienpädagoge Thomas Graf arbeitet als Jugendschutzbeauftragter mit dem Schwerpunkt Medien und Erziehung. Quelle: Privatfoto

OP: Können Sie sich den Lesern kurz vorstellen?
Thomas Graf: Ich heiße Thomas Graf, bin 42 Jahre alt, ­wohne in Marburg und arbeite als Medienpädagoge. Außerdem bin ich Amelies Papa.

OP: Wo arbeiten Sie?
Graf: Ich arbeite für den Landkreis Gießen als Jugendschutzbeauftragter mit Schwerpunkt digitale Medien und Erziehung.

OP: Arbeiten Sie mit der Polizei zusammen?
Graf: Ja, ich arbeite regelmäßig mit der Polizei zusammen.

OP: Wie arbeiten Sie mit der Polizei zusammen?
Graf: Meine Ansprechpartner zum Thema Jugendmedienschutz sind die Jugendkoordinatoren der Polizei. Aktuelle Themen sind zum Beispiel Internetkriminalität, Cybermobbing oder Hate Speech.

OP: Wo arbeiten Sie mit der Polizei zusammen?
Graf: Im Landkreis Gießen mit dem Polizeipräsidium Mittelhessen, aber auch hessenweit.

OP: Wie lange sollte man sich am Tag mit Medien beschäftigen?
Graf: Medienzeiten für Kinder zu regulieren, liegt in der Verantwortung der Eltern. Überschreitet die Mediennutzung vier bis fünf Stunden pro Tag, muss man allerdings mit negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen rechnen, zum Beispiel Rücken- oder Nackenschmerzen oder Stress in der Familie oder in der Schule.

OP: Welche Spiele können süchtig machen?
Graf: Ob digitale Spiele süchtig machen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Aber sogenannte Hardcorezocker spielen gerne Onlinespiele, vor allem Online­rollenspiele oder Egoshooter. Hier können sie mit vielen anderen Spielern in große virtuelle Welten abtauchen.

OP: Sind manche Apps gefährlich oder sowas?
Graf: Apps werden in der Regel von den Anbietern, zum Beispiel Google und Apple, auf ihre Sicherheit hin überprüft. Damit man sich keine schädliche Software auf sein Handy holt, sollten Apps nur aus den offiziellen Appstores heruntergeladen werden. Allerdings sind viele Apps sehr datenhungrig. Daher sollte man immer die Berechtigungen überprüfen, auf welche persönlichen Daten die Apps zugreifen möchten, zum Beispiel SMS-Nachrichten, persönliche Kontakte, private Bilder oder die Standortdaten. Apps, vor allem der Browser und die Suchmaschine, sollten auf die Altersfreigabe der Kinder eingestellt werden. So wird verhindert, dass du Dinge siehst, die für dein Alter nicht bestimmt sind.

von Amelie Manthe, Klasse 4a der Brüder-Grimm-Schule Marburg