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Handysucht bei Kindern und Jugendlichen

Schüler lesen die OP Handysucht bei Kindern und Jugendlichen

Heutzutage verbringen Kinder und Jugendliche viel zu viel Zeit mit dem Smartphone - es ist ihr ständiger Begleiter. Die Anzahl der Süchtigen steigt.

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Wie lange und wie oft? Mit Apps wie "Menthal" kann man das eigene Handynutzungsverhalten im Auge behalten.

Quelle: Inga Kjer

Marburg. Laut einer Umfrage zum Besitz eines Smartphones im Jahr 2017 gaben 6 Prozent der 6-Jährigen an, dass sie ein eigenes Handy besitzen. Bei den 12-13-Jährigen haben 88 Prozent ein eigenes Smartphone. In Statistiken aus den Vorjahren waren es noch deutlich weniger Kinder und Jugendliche, die im Besitz eines eigenen Handys waren.

Wenn man schon im Kindes- oder Jugendalter häufig das Smartphone benutzt, wird dies voraussichtlich schlechte Auswirkungen auf die Zukunft haben. Das Handy ist der ständige Begleiter. Die Kinder und Jugendlichen surfen schon meist früh am Morgen im Internet, schauen YouTube-Videos und spielen Spiele, die zum Teil mit Gewalt einhergehen.

Auch am Nachmittag nach der Schule verabredet man sich online zum Spielen. Soziale Kontakte werden nicht mehr gepflegt, man kommuniziert über WhatsApp und verlässt nicht mehr das Haus. Die Umgebung wird nicht mehr wahrgenommen. Fast die komplette Freizeit spielt sich in der virtuellen Welt ab, bis spät in den Abend.

Handysucht kann zum Teufelskreis werden

Zu hoher Handykonsum ist schädlich für die Gesundheit. Beim Spielen mit dem Smartphone bewegt man sich nicht, das Licht des Displays schadet den Augen und es können Kopfschmerzen auftreten. Man kann nachts nicht mehr schlafen. Dies ist durch Studien belegt.

Verbringen Kinder und Jugendliche zu viel Zeit am Smartphone, können sie handysüchtig werden und in einem Teufelskreis geraten. Dies kann wiederum negative Auswirkungen auf die Leistungen, die in der Schule verlangt werden, haben. Man erleidet einen Absturz. Nun ist es schwer, wieder aufzusteigen.

Wenn Süchtige längere Zeit keinen Zugriff auf das Smartphone haben, können Entzugserscheinungen auftreten. Dies sind unter anderem Konzentrationsstörungen, Unzufriedenheit, Nervosität, Schlafstörungen und Panikattacken. Jedoch gibt es keine anerkannte Diagnose für Smartphone-Sucht.

Computersucht auf das Handy verlagert

Ein Erfahrungsbericht (aus einer Schweizer Zeitschrift), eines 18-Jährigen Schülers hat gezeigt, dass mit Handy- und mit Spielsucht nicht zu spaßen ist. Alles fing bei ihm an, als er mit Freunden PC-Spiele spielte. Doch er spielte immer häufiger und alleine, den ganzen Tag über.

Er brach den Kontakt zu Freunden ab und hatte kaum noch eine Verbindung zu seinen Eltern. Irgendwann haben seine Eltern reagiert und ihm seinen Computer weggenommen. Doch dann hat der Schüler zum Handy gegriffen. Nun bestand seine Zeit nur noch daraus, YouTube-Videos zu schauen.

Er konnte dieser Verlockung nicht widerstehen und war unglücklich. Mit weiterem Handykonsum hat er dies verdrängt. In der Schule ließ seine Leistung sehr stark nach. Die Eltern des 18-Jährigen haben die Notbremse gezogen, und ihn bei einer Therapie angemeldet. Es fiel ihm zwar sehr schwer das Handy nicht zu nutzen, aber er hat angefangen ein Buch zu lesen, Gitarre zu spielen und Sport zu machen. Das Ziel des Süchtigen ist es, irgendwann sorgenfrei mit dem Handy und dem Internet umzugehen. Sein Fazit: Allein hätte er es nicht geschafft.

Hilfe gibt es in der Nähe

Wenn man feststellt, jemand Bekanntes könnte handysüchtig sein, kann man sich in Einrichtungen in näherer Umgebung Hilfe holen. Dort wird man beraten, wie man helfen kann. Bei Bedarf wird mit den Betroffenen über das Problem gesprochen und nach Lösungen für den Ausstieg aus der Sucht gesucht. Bei folgenden Einrichtungen in Marburg findet man Hilfe: Suchtberatung des Diakonischen Werks, eine Suchtberatung des Kreisjobcenters, das Blaue Kreuz und die Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie.

von Jannik Merte, Klasse 8d des Gymnasium Philippinum Marburg

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