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Schüler lesen die OP 2018 Fentanyl - vom Schmerzmittel zur Droge
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2018 Fentanyl - vom Schmerzmittel zur Droge
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16:40 16.04.2018
Das Medikament "Fentanyl", aufgenommen am 03.06.2016 in Leonberg. Quelle: Franziska Kraufmann
Marburg

Fentanyl ist ein Schmerzmittel, das 1960 erstmals entwickelt und in der Anästhesie eingesetzt wurde. Mittlerweile benutzt man es auch bei der Behandlung von chronischen Schmerzen. Allerdings fällt dies unter das Deutsche und das Schweizer Betäubungsmittelgesetz sowie unter das Österreichische Suchtmittelgesetz.

Wie wird Fentanyl zur Droge?

Fentanyl wird von Abhängigen aus den Schmerzpflastern ausgekocht und intravenös injiziert. „Es wirkt bis zu 100-mal stärker als Heroin“, veröffentlichte Puls. Außerdem wird es als Streckungsmittel für das viel teurere Heroin verwendet.

Wie kommt man an die „Droge“?

Da die Schmerzpflaster auch nach vorgeschriebener Benutzung der Patienten noch wirksam sind, werden sie von Abhängigen oft abgekauft oder es wird im Müll von Krankenhäusern, Altenheimen ect. danach gesucht. Weil Fentanyl so gefährlich ist, wurde von Ärzten und medizinischen Einrichtungen viel für die Aufklärung getan, sodass es mittlerweile sehr schwer ist, an die Droge ran zukommen.

Warum ist Fentanyl so gefährlich?

Ab einer geringen Menge wirkt es berauschend und hat ein hohes Abhängigkeitspotential, ähnlich wie Heroin. Fentanyl ist eine hoch wirksame Droge, doch die größte Gefahr ist die Dosierung. Da der Wirkstoff auf den Pflastern ungleichmäßig verteilt ist, weiß man nie wie viel man davon gerade zu sich nimmt.

In Bayern konnte 2013 bei 30 Prozent der Drogentoten Fentanyl im Blut festgestellt werden. Eine höhere Dosierung führt zu reduzierten Wahrnehmungsfähigkeiten, Bewusstseinstrübung, Atemdepressionen, bis hin zum Tod. Bereits eine Menge von drei Zuckerkörnern Fentanyl kann zum Tod führen, da ein Gramm Fentanyl 100 Gramm Heroin entspricht.

von Laura Schulz und Dilara Gervais, 8d des Gymnasium Philippinum