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Schüler lesen die OP 2018 Der Hobbit: Film oder Buch?
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16:30 16.04.2018
Ein aufblasbares Riesenbuch mit dem Titel "Der Hobbit" von J.R.R. Tolkien wird am 08.10.2012 auf dem Messegelände in Frankfurt am Main nahe dem Messeturm aufgebaut. Quelle: Arne Dedert
Marburg

Das Buch „Der Hobbit oder Hin und zurück“ von J.R.R. Tolkien wurde 1937 vom Verlag George Allen & Urwin veröffentlicht. Der Name des Buches wurde jedoch vom deutschen Übersetzer Walter Scherf 1957 mit „Der kleine Hobbit“ übersetzt und wurde mittlerweile zu „Der Hobbit“ umgeändert. In dem Buch geht es um einen Hobbit, ein fiktionales Wesen, namens Bilbo, der sich zusammen mit 13 Zwergen und einem Zauberer auf den Weg macht, um den Berg Erebor, die alte Heimat der Zwerge, zurückzuerobern und den Drachen, der dort haust, zu bezwingen.

Dies ist auch der grobe Inhalt der von Peter Jackson produzierten Filmtrilogie von „Der Hobbit“ basierend auf J.R.R. Tolkiens Meisterwerk, deren erster Teil 2012 in die Kinos kam.

Wenn man jedoch auf den genaueren Inhalt schaut, erweisen sich sehr viele Unterschiede. Zum Beispiel wirken im Film Charaktere mit, die im Buch nicht einmal erwähnt werden. Oder wichtige Szenen werden komplett weggelassen oder stark verändert. Legolas, der eine wichtige Rolle ab dem zweiten Teil der Trilogie spielt, kommt im Buch gar nicht vor. Bei seiner Begleiterin Tauriel trifft dies ähnlich zu. Nur, dass sie nicht einmal in anderen Werken von J.R.R. Tolkien vorkommt und somit komplett von Peter Jackson erfunden wurde.

Im Buch verschläft Bilbo die "Schlacht der fünf Heere"

Die Orks, fiktive nichtmenschliche Wesen, kommen im Film immer wieder während den verschiedensten Kampfszenen vor und nehmen einen großen Teil von der Zeit der Filme in Anspruch. Im Buch tauchen sie aber erst auf den letzten Seiten auf, um sich an der „Schlacht der fünf Heere“ zu beteiligen.

Einen entscheidenden Unterschied macht der ganze dritte Teil der Filmtrilogie aus. Denn das Buch „Der Hobbit“ ist mehr oder weniger aus Bilbos Sicht geschrieben und diesem fällt zu Beginn der „Schlacht der fünf Heere“ ein Stein auf den Kopf und macht ihn bewusstlos. Im Buch wacht er erst wieder auf, nachdem die Schlacht bereits beendet wurde, und hat somit überhaupt nichts von der Schlacht mitbekommen. Gandalf, der Zauberer, erzählt ihm nur kurz, wer von seinen Freunden gestorben ist und wie der Kampf ausging. Der Film zeigt jedoch die ganze Schlacht und erfindet wieder einmal Personen und Geschehnisse, die nicht existieren.

Zu dem Bedauern etlicher Tolkien-Fans wurde eine recht amüsante Stelle weggelassen, in der Bombur, ein dicker Zwerg, in den verzauberten Fluss Nachtwasser (in anderen Ausgaben Schwarzwasser) fällt. Daraufhin verfällt er mehrere Wochen lang in eine Art Schlafzustand und muss von seinen Gefährten getragen werden.

Dies sind nur ein paar Beispiele. Es gibt noch viele weitere, über die sich Tolkien-Fans gerne beschweren. Viele der Fans finden die Filme zwar gut, denken aber, dass die Filme, bis auf den groben Verlauf, nichts mehr mit dem eigentlichen Buch zu tun haben.

Empfehlung: Buch lesen und Film ansehen

Einige der vorgenommenen Veränderungen fanden aufgrund von Kosten statt oder, um die Filme für alle Geschlechter und deren individuellen Vorlieben schmackhaft zu machen. Dennoch ärgern sich viele Leute, dass eins ihrer Lieblingsbücher so verändert wurde. Es macht einen großen Unterschied, ob man nur das Buch gelesen oder nur den Film gesehen hat, denn im Grunde sind beides unterschiedliche Geschichten mit weitgehend ähnlichem Ablauf. Kritiker empfehlen den Leuten, die nur den Film gesehen haben und die „wahre“ Geschichte des Hobbits Bilbo erfahren wollen, dass Buch zu lesen.

Ich persönlich empfehle den Leuten sowohl das Buch zu lesen als auch den Film anzusehen. Tolkien ist nämlich ein wunderbarer Autor mit einem einzigartigen Schreibstil und Peter Jackson ist ein toller Regisseur!

von Lilly Philina Schwalm, Klasse 8a, Gymnasium Philippinum Marburg