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Leopold Lucas – Weg-weisend!
Leopold Lucas – Weg-weisend!
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14:59 28.04.2017
Vier Schulen liegen an der Leopold-Lucas-Straße in Marburg. Aber wer war eigentlich Leopold Lucas? Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Dr. Leopold Lucas wurde am 18. September 1872 als Sohn jüdischer Eltern in Marburg geboren und besuchte das Gymnasium Philippinum, das sich damals noch an der Untergasse befand. Hier machte er sein Abitur und studierte anschließend in Berlin Geschichte, jüdische Wissenschaften, Philosophie und orientalische Sprachen und promovierte.

Ab 1899 wirkte er als Rabbiner in Glogau (Polen) und während des Nationalsozialis

mus war Lucas an der Hochschule für Wissenschaft des Judentums. Am 17. Dezember 1942 wurden er und seine Frau Dorothea in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er dann im September 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

Umfrage: Nur zwei von 25 Schülern wissen, wer Leopold Lucas war

Sein Sohn Franz stiftete 1972 für seinen verstorbenen Vater den nach ihm benannten Preis, der alljährlich für das Engagement für Völkerverständigung und Toleranz verliehen wird. Bekannte Preisträger sind unter anderem der Dalai Lama und der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Im Jahr 1986 benannte die Stadt Marburg die Schwangasse in die jetzige Leopold-Lucas-Straße um. Vielleicht ist ja gerade die Straße, an der gleich vier weiterführende Marburger Schulen liegen, wegen der Ziele Völkerverständigung und Toleranz nach dem ehemaligen Rabbiner benannt? Nach einer Umfrage im Gymnasium Philippinum wissen allerdings leider nur 2 von 25 Schülern, wer Leopold Lucas war und warum die Straße nach ihm benannt wurde. 

von Karl Blick, Flynn Windisch und Thorbjörn Eschebach, Klasse 8a, Gymnasium Philippinum

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